Toter im Neckar wirft Fragen auf

Stuttgarter Tatort „Vergebung“ heute in der ARD: Warum dieser Fall den Pathologen bricht

Stuttgarter Tatort „Vergebung“ heute in der ARD: Warum dieser Fall den Pathologen bricht
ARD/SWR TATORT: VERGEBUNG, am Montag (25.05.26) um 20:15 Uhr im ERSTEN.

© SWR/Benoît Linder

Der Stuttgarter Krimi „Vergebung“ rückt den sonst so gelassenen Rechtsmediziner Dr. Daniel Vogt in den Fokus eines mörderischen Verdachts.

Im Stuttgarter „Tatort: Vergebung“ ermitteln die Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz im Fall einer am Neckar angeschwemmten Leiche. Doch ausgerechnet ihr eigener Kollege, Gerichtsmediziner Dr. Daniel Vogt, verschweigt eine entscheidende Verbindung zu dem Toten. Der Fall läuft als Wiederholung im Fernsehen und steht in der ARD Mediathek zum Abruf bereit.

Eine angeschwemmte Leiche im Neckar sorgt für Unruhe beim sonst so abgeklärten Stuttgarter Ermittlerteam. Der Tote, Mathias Döbele, war schwer an Krebs erkrankt und ist ertrunken. Doch die Kommissare Lannert und Bootz schließen Fremdeinwirkung schnell nicht mehr aus. Das eigentliche Problem der Ermittlungen sitzt jedoch im eigenen Labor: Rechtsmediziner Dr. Daniel Vogt erkennt in dem Opfer sofort einen engen Jugendfreund – und schweigt beharrlich.

Ein dunkles Geheimnis aus der Jugend

Vogt quält das eigene Gewissen. Der krebskranke Döbele hatte ihn kurz vor seinem Tod verzweifelt auf dem Anrufbeantworter um einen Rückruf gebeten. Der Pathologe ignorierte die Nachricht. Statt seine persönliche Verbindung vor Lannert und Bootz offenzulegen, beginnt Vogt auf eigene Faust in seinem Heimatort zu ermitteln.

ARD/SWR TATORT: VERGEBUNG, am Montag (25.05.26) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Thorsten Lannert (Richy Müller) wundert sich: Warum ist Gerichtsmediziner Daniel Vogt (Jürgen Hartmann) zu Sandra Döbele (Ulrike C. Tscharre), der Frau des Toten, geeilt? © SWR/Benoît Linder, honorarfrei – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung und bei Nennung „Bild: SWR/Benoît Linder“ (S2+). SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-22202, foto@swr.de.

Dabei stößt er auf eine alte Tragödie. Vor Jahren ertrank ein weiterer Jugendfreund der beiden, Jonas Lentowski, im Alter von 14 Jahren. Vogt und der tote Döbele waren die einzigen Mitwisser der genauen Umstände. Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich derweil auf die Witwe Sandra Döbele, die als Pflegerin arbeitet, sowie auf Hans Lentowski, den Vater des damals ertrunkenen Jungen.

Lebensgefahr für den Gerichtsmediziner

Die Situation eskaliert, als Vogt den Vater des damals verstorbenen Jonas konfrontiert und gesteht, den Tod des Jungen bei einem Streit unter Wasser mitverursacht zu haben. Hans Lentowski nimmt daraufhin grausame Rache. Er schlägt den Rechtsmediziner nieder, fesselt ihn und wirft ihn in den Fluss – exakt so, wie er es zuvor bereits mit Mathias Döbele getan hat. Nur durch das schnelle Eingreifen von Lannert und Bootz kann Vogt in letzter Sekunde aus dem Neckar gerettet werden.

Die Idee zu dieser ungewöhnlichen 1250. Tatort-Episode stammte von Vogt-Darsteller Jürgen Hartmann selbst, das Drehbuch verfassten Rudi Gaul und Katharina Adler. Bei der Erstausstrahlung am 19. November 2023 lockte der 31. Fall des Stuttgarter Duos satte 9,57 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme, was einem Marktanteil von 31,7 Prozent entsprach.

Das sagen die Kritiker zum Film

Die Reaktionen auf den Pathologen-Schwerpunkt fielen überwiegend positiv aus, auch wenn einige handwerkliche Schwächen notiert wurden:

  • Lexikon des Internationalen Films: Bewertete den Film mit drei von fünf Sternen. Dass der Film auf eine Nebenfigur zentriert ist, funktioniere „als erzählerisches Experiment dank guter Atmosphäre und Darstellung weitgehend“. Es lasse sich verschmerzen, dass der Fall „im Grunde wenig spektakulär und spannend“ sei.
  • Tagesspiegel: Markus Ehrenberg zeigte sich begeistert und urteilte, der Film sei ein „hinreißender“ Stuttgarter Tatort, „der einen auf mehreren Ebenen packt und von der ersten bis zur letzten Minute nicht loslässt“.
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Sprach von einem „poetischen Film“.
  • Süddeutsche Zeitung: Lobte die Grundidee und das starke Spiel von Jürgen Hartmann.
  • Die Tageszeitung (taz): Lobte den Fall ebenfalls trotz einiger handwerklicher Schwächen.

Der Kriminalfilm „Tatort: Vergebung“ ist nach der Fernsehausstrahlung noch bis zum 25. November 2026 um 20:14 Uhr in der ARD Mediathek weltweit abrufbar.

Besetzung und Stab: Die Übersicht

Hier finden Sie die vollständige Liste der Darsteller und der Crew für den schnellen Überblick:

Schauspieler und Rollen

  • Richy Müller als Thorsten Lannert
  • Felix Klare als Sebastian Bootz
  • Jürgen Hartmann als Dr. Daniel Vogt
  • Ulrike C. Tscharre als Sandra Döbele
  • Paul Faßnacht als Hans Lentowski
  • Tim Bülow als Thomas Döbele
  • Immanuel Krehl als Daniel Vogt (13 Jahre)
  • Jakob Rottmaier als Jonas Lentowski (14 Jahre)
  • Xari Wimbauer als Mathias Döbele (15 Jahre)
  • Elena Georgotas als Sandra Döbele (14 Jahre)
  • Volker Muthmann als Mathias Döbele
  • Kasem Hoxha als Balint Szabo
  • Manolo Bertling als Hans Lentowski (jung)
  • Asad Schwarz als Yusuf Arslan
  • Wolfgang Czeczor als Stefan Ebert
  • Peter Cieslinski als Wilfried Moser
  • Mina Özlem Sagdic als Dr. Yeliz Ünal
  • Nuriye Jendroßek als Yara Pereira

Hinter der Kamera

  • Regie: Rudi Gaul
  • Drehbuch: Rudi Gaul, Katharina Adler
  • Produktion: Nils Reinhardt (Südwestrundfunk)
  • Musik: Verena Marisa
  • Kamera: Stefan Sommer
  • Schnitt: Saskia Metten

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