Dampfbremse für deutsche Güterzüge
Der Güterverkehr auf der Schiene in Deutschland kommt auch 2025 nicht aus seiner Schwächephase. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) spricht von anhaltenden strukturellen Hürden, die eine Erholung verhindern. Die Beförderungsleistung dümpelt bei rund 133,9 Milliarden Tonnenkilometern, ein Wert, der bereits 2016 erreicht wurde. Die pandemiebedingten Schwankungen sind längst Geschichte, stattdessen herrscht ein knallharter Wettbewerb auf der Straße.
Konjunktur, Kosten und Krisenmodus
Die Liste der Probleme ist lang: eine stagnierende Konjunktur, höhere Zölle, bürokratische Hürden und steigende Betriebskosten setzen dem Schienengüterverkehr zu. Besonders bemängelt der VDV die unklaren und kurzfristigen Entscheidungen bei der Schienenmaut und eine mangelnde Verlässlichkeit bei Förderprogrammen. Das schafft Unsicherheit und macht langfristige Planungen schwierig.
Baustellen lähmen das Netz
Parallel dazu verschärfen sich die Engpässe im Schienennetz. Der VDV klagt über einen schlechteren Netzzustand und eine unzureichende Bewertung von Stellwerken. Die hohe Bautätigkeit, die eigentlich für Verbesserungen sorgen soll, trifft den Güterverkehr aktuell hart. Die Auswirkungen der Baustellen und Sperrungen sind laut VDV-Präsident Ingo Wortmann im täglichen Betrieb deutlich spürbar.
Mehraufwand und sinkende Produktivität
Diese Situation führt zu erheblichen Mehraufwänden. Umwege kosten Zeit und Geld, zusätzliche Lokführer und Fahrzeuge werden benötigt. Wenn dann noch Zuglängen reduziert werden müssen und Personal nicht mehr effizient eingesetzt werden kann, sinkt die Produktivität. Das schlägt sich unmittelbar in Umsatz- und Ergebnisverlusten nieder.
Verbesserungsvorschläge liegen auf dem Tisch
Der VDV begrüßt zwar die grundsätzliche Ausrichtung auf eine Generalsanierung der Korridore. Jedoch kritisiert der Verband, dass Vollsperrungen für den Güterverkehr oft zu starr gehandhabt werden. Notwendige Umleiterstrecken seien vielerorts nicht ausreichend ertüchtigt. Für eine funktionierende Branche seien Planbarkeit, die Möglichkeit zur Umleitung und eine faire Kostenteilung unabdingbar. Der VDV hat bereits konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeitet und den politischen Entscheidungsträgern vorgelegt. Dazu gehören die Sicherung von Umleiterkapazitäten und eine Überprüfung der aktuellen Sperrkonzepte.



