Kosten deckel zu hoch

Altersvorsorge: Verbraucherschützer schlagen Alarm bei Klingbeils Plänen

Altersvorsorge: Verbraucherschützer schlagen Alarm bei Klingbeils Plänen
Foto: Lars Klingbeil (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die geplante Ablösung der Riester-Rente durch ein neues staatlich gefördertes Vorsorgemodell von Finanzminister Lars Klingbeil stößt auf massiven Widerstand von Verbraucherschützern. Sie kritisieren vor allem eine zu hohe Kostenobergrenze und fordern dringende Nachbesserungen im Gesetzentwurf, sonst drohe dem neuen Modell das Aus.

Reform mit Haken und Ösen

Nachschärfen bei der Altersvorsorge. Die Bundesregierung will mit einem neuen staatlich geförderten Produkt die umstrittene Riester-Rente ersetzen. Doch ausgerechnet die Kostenbegrenzung sorgt für massive Kritik. Verbraucherschützer sehen darin ein „Zugeständnis an Banken und Versicherungen“.

Experten fordern Obergrenze von 0,5 Prozent

Die von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgegebene Obergrenze von 1,5 Prozent der Sparsumme pro Jahr für die neuen Standardprodukte sei „viel zu hoch“, kritisiert Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. Er fordert eine Obergrenze von maximal 0,5 Prozent für alle geförderten Verträge. Die Finanzbranche argumentiert, die Gebühren seien nötig für Vertrieb und Verwaltung.

Der Gesetzentwurf aus dem Finanzministerium sieht vor, dass Banken und Versicherungen jeweils ein staatlich vorgegebenes Standardprodukt anbieten müssen. Dafür gibt es Steuerzuschüsse. Höhere Gebühren sind zwar bei anderen Produkten erlaubt, diese werden dann aber nicht gefördert.

Auch Union und SPD sehen Nachbesserungsbedarf

Die Kritik am Kostendeckel von 1,5 Prozent teilen offenbar auch die Regierungsfraktionen. „Es spricht viel dafür, dass wir den Kostendeckel niedriger ansetzen müssen. Wenigstens für das Standardangebot“, sagt Florian Dorn (CSU), der für die Union an den Verhandlungen zum Gesetzentwurf beteiligt ist. Er warnt, die neuen Produkte dürften nicht erneut so teuer werden wie die Riester-Rente.

Auch aus SPD-Kreisen heißt es, der Deckel von 1,5 Prozent sei „viel zu hoch“. Hier wird ebenfalls maximal 0,5 Prozent gefordert, wobei einige Stimmen sogar noch deutlich günstigere Varianten für möglich halten.

Zinseszinseffekt frisst Renditen auf

Die Auswirkungen von Gebühren auf die langfristige Rendite sind erheblich. Finanztip-Berechnungen zeigen: Eine Familie, die 150 Euro monatlich spart und die volle Förderung erhält, würde über 40 Jahre bei sechs Prozent Rendite mit 1,5 Prozent Gebühren etwa 227.000 Euro ansparen. Bei nur 0,5 Prozent Gebühren wären es fast 68.000 Euro mehr – rund 295.000 Euro. Bei 0,2 Prozent wären es sogar über 319.000 Euro.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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