Mehr Unternehmen im Rüstungssektor
Die deutsche Rüstungsindustrie erlebt einen deutlichen Aufschwung. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat sich die Zahl der heimischen Unternehmen in diesem Sektor mehr als verdoppelt. Dies bestätigte ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Die Mitgliederzahlen des BDSV sind seit 2024 um rund 200 gewachsen, seit November 2025 kamen noch einmal 100 hinzu. Aktuell zählt der Verband damit 550 Mitgliedsunternehmen. Ein erfreulicher Trend, der sich auch in Ostdeutschland bemerkbar macht, einer Region, in der die Rüstungsindustrie traditionell weniger präsent war.
Ostdeutschland holt auf
„In den östlichen Bundesländern haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Aktivitäten, nicht zuletzt im Mittelstand, zur Stärkung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie entwickelt“, erklärt BDSV-Hauptgeschäftsführer Hans Christoph Atzpodien gegenüber dem RND.
Große Systemhäuser wie Hensoldt und Airbus Defence and Space siedeln sich verstärkt im Osten an. Auch Unternehmen wie MBDA, Diehl Defence und KNDS erweitern dort ihre Geschäftsfelder. Allerdings, so Atzpodien, geschehe dies mit „insgesamt weniger Beschäftigten als in den westlichen Bundesländern“. Diese Entwicklung sei „historisch bedingt“.
Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatten die Ministerpräsidenten von Sachsen und Thüringen, Michael Kretschmer und Mario Voigt (beide CDU), eine stärkere Beteiligung Ostdeutschlands an den gestiegenen staatlichen Rüstungsaufträgen gefordert.
Thüringen zeigt sich zuversichtlich
Diese Forderung bekräftigt nun auch eine Sprecherin der Thüringer Staatskanzlei. „Thüringen wirbt auch bei der Bundesregierung intensiv dafür, bei Investitionen in die Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit stärker berücksichtigt zu werden“, sagte sie dem RND. „Das gilt für Beschaffung und Lieferketten ebenso wie für Infrastruktur und Standorte. Thüringen verfügt über erhebliche Potenziale in Zukunftsfeldern wie beispielsweise Robotik, Optik und Materialwissenschaften.“




