Verwaltungsgerichte sollen schneller werden

Ministerin will Richter mehr Macht geben

Foto: Symbolbild: Gerichtssaal im Verwaltungsgericht (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant eine umfassende Novelle der Verwaltungsgerichtsordnung. Ziel ist es, Gerichten wirksamere Instrumente zur Durchsetzung ihrer Entscheidungen gegen den Staat an die Hand zu geben. Gleichzeitig sollen die Hürden für Bürger gesenkt werden, die gegen Verwaltungsakte vorgehen wollen.

Schnellere Urteile, weniger Bürokratie

Lange Verfahren vor Verwaltungsgerichten sollen bald der Vergangenheit angehören. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat einen Gesetzentwurf zur grundlegenden Reform der Verwaltungsgerichtsordnung vorgelegt. Die Justiz soll zügiger arbeiten und ihre Ressourcen effizienter einsetzen, so die Ministerin. Der einzelne Richter soll mehr Verantwortung übernehmen und Prozesse insgesamt straffer geführt werden.

Davon sollen letztlich die Bürger profitieren, aber auch der Rechtsstaat als Ganzes. Gerichte sollen häufiger in kleinerer Besetzung entscheiden können, um das richterliche Personal besser auszulasten. Auch auf verspätetes Vorbringen oder sogenannte querulatorische Klagen, die oft auf Schikane abzielen, sollen die Gerichte besser reagieren können.

Einfacher Widerspruch per Mail

Ein wesentlicher Punkt der Reform ist die Absenkung der formellen Anforderungen an Widersprüche gegen behördliche Entscheidungen. Zukünftig soll dies unter anderem auch ganz unkompliziert per E-Mail möglich sein. Dies vereinfacht den Zugang zum Recht für die Bürger erheblich.