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NABU guter Hoffnung:

Landkreis Rastatt im Vogelglück: Fischadler nistet erneut – Eine sensationelle Rückkehr im Rheintal!

Foto: NABU/Daniel Schmidt-Rothmund
Fischadlerpaar im Horst

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Dem NABU ist in Baden-Württemberg eine faszinierende Wiederbegegnung mit einer einst ausgerotteten Vogelart gelungen: Nach über einem Jahrhundert ohne Brutnachweis für den majestätischen Fischadler nistet die Art wieder in ihrer einstigen Heimat am Oberrhein.
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Im letzten Jahr brachte ein Paar bei Rastatt sogar zwei Jungvögel erfolgreich zur Welt – die ersten nachgewiesenen Fischadler-Küken in Baden-Württemberg seit 1907. Und in diesem Frühjahr kehrten die Elterntiere wohlbehalten aus ihren Überwinterungsquartieren in den Süden zurück, um eine neue Brutsaison vorzubereiten.

Jahrzehntelanger Kampf des NABU

Über 30 Jahre lang haben die Naturschützer des NABU unermüdlich daran gearbeitet, dem bedrohten Fischadler in Baden-Württemberg eine neue Heimat zu bereiten. In mühevoller Handarbeit wurden über 30 künstliche Nisthilfen auf hohen Bäumen installiert, regelmäßig präpariert und überwacht. Ein gewaltiges Projekt, das nur durch die Hilfe zahlreicher Ehrenamtlicher, Spenderinnen und Partner wie Forst BW und Naturschutzverbänden zu stemmen war.

Rastatter Adlerpaar Vorreiter und Hoffnungsträger

Als echte Pioniere erwiesen sich das Rastatter Fischadlerpaar und ihre 2023 geborenen Jungen Balbü und Kju. Ihre erfolgreiche Brut markierte den ersten Fischadler-Nachwuchs in Baden-Württemberg nach einer über 115 Jahre langen Pause. Die Jungtiere verließen im vergangenen Herbst das Nest und starteten in ein aufregendes Nomadenleben, das sie bis ins ferne Winterquartier führte. Nun hoffen die Naturschützer, dass die Elterntiere nach ihrer gelungenen Rückkehr neue Eier ausbrüten und die Küken Mitte Mai schlüpfen. Das Männchen kehrte am 21. März als erstes zum Horst zurück und richtete diesen her, das Weibchen folgte acht Tage später. Bei ihrem gut und gerne 5.000 Kilometer langen Rückflug überqueren sie die Sahara, das Mittelmeer und die Pyrenäen und sind dabei vielen Gefahren ausgesetzt, wie Wilderern, Unwettern oder Plastikmüll, indem sie sich verfangen können. Am oberrheinischen Brutplatz gilt jetzt umso mehr: Daumen drücken und hoffen, dass alles gut geht.

Rückkehrer für neuen Nachwuchs

Besondere Hoffnungen setzen die Experten in den jungen Balbü, der sich in den nächsten Jahren, nach der herumstreunenden Jugendphase, in der Nähe seines Geburtsortes niederlassen könnte. Denn Fischadler sind Spezialisten der Heimattreue und gründen bevorzugt neue Reviere in der Nachbarschaft bestehender Brutplätze. Für potenzielle Frischvermählte stehen am Oberrhein nun mehrere Nisthilfen auf hohen Baumwipfeln bereit.

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Langfristige Wiederansiedlung bleibt Herausforderung

Trotz des ersten Bruterfolgs seit über einem Jahrhundert ist die dauerhafte Rückkehr des Fischadlers in Baden-Württemberg noch lange keine ausgemachte Sache. Die beharrliche Arbeit wird fortgesetzt, verfolgt vom Ziel, dem beeindruckenden Greifvogel eine gesicherte Zukunft in seiner historischen Heimat zu bereiten. Mit Ausdauer und dem anhaltenden Engagement der vielen Beteiligten besteht jedoch Hoffnung, dass sich die Wende zum Positiven verfestigt und der „Gänseseeadler“ bald wieder fest zur südwestdeutschen Vogelwelt gehört.

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