Ruheständler fordert mehr Medienpräsenz für Lokführer

Weselsky übt Kritik an GDL-Auftritt: „Wir müssen uns besser verkaufen“

Weselsky übt Kritik an GDL-Auftritt: „Wir müssen uns besser verkaufen“
Foto: Claus Weselsky (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Rund eineinhalb Jahre nach seinem Rückzug als GDL-Chef meldet sich Claus Weselsky wieder zu Wort. Der frühere Gewerkschaftsfunktionär bemängelt die gesunkene Sichtbarkeit der Lokführergewerkschaft in den Medien. Er wünscht sich eine stärkere öffentliche Wahrnehmung, auch wenn nicht mehr eine Einzelperson, sondern das Team im Mittelpunkt stehen soll. Zudem kritisiert Weselsky aktuelle Debatten um Arbeitszeitmodelle.

Mehr Sichtbarkeit für die GDL gewünscht

Die Lokführergewerkschaft GDL, die unter Claus Weselskys Führung eine exponierte Rolle in Tarifkonflikten einnahm, findet seiner Meinung nach aktuell zu wenig Beachtung in den Medien. „Ich glaube, anders wäre es besser“, sagte Weselsky dem Magazin „Stern“. Zwar habe sein Nachfolger Mario Reiß bei der jüngsten Verhandlungsrunde mit der Deutschen Bahn ein „tolles Ergebnis“ erzielt, doch die öffentlich wahrgenommene Präsenz der GDL sei gesunken. „Früher stand da überall Weselsky. Es muss nicht überall Reiß stehen, aber die GDL muss stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. In Sachen Selbstvermarktung ist die GDL gerade nicht da, wo ich es mir wünsche.“

Kritik an Merz‘ Arbeitszeit-Aussagen

Auch die aktuelle politische Diskussion um die Arbeitszeit gerät ins Visier des ehemaligen GDL-Vorsitzenden. Weselsky, der bis kurz vor seinem Ruhestand die schrittweise Einführung der 35-Stunden-Woche erkämpfte, bedauert, dass nun „alle nur über noch mehr arbeiten“ sprächen. Die Aussage von CDU-Chef Friedrich Merz, alle Teilzeitarbeitenden seien „faul“, bezeichnet Weselsky als „unterirdisch“ und „völlig neben der Kappe“.

Der CDU-Politiker Weselsky arbeitet indes auch im Ruhestand weiter. Er ist Vorstandsmitglied einer von GDL-Mitgliedern gegründeten Genossenschaft und stellvertretender Bundesvorsitzender beim Deutschen Beamtenbund. Diese Tätigkeiten geben ihm das Gefühl, „noch gebraucht zu werden“.

Für die restliche Zeit bleibt Zeit für Hobbys wie Yoga und die Betreuung seiner Enkel. Diese Erziehung bezeichnet er als wichtig, da er die jüngere Generation als „Generation von Weicheiern“ wahrnimmt, der noch „lebenstaugliche“ Fähigkeiten vermittelt werden müssten.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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