Produktivitätssteigerung in Niedriglohnländern
Die Eintrittsbarrieren für Wissensarbeit und die Erstellung von Inhalten sinken durch KI deutlich. Dies, so Carl Benedikt Frey, könne unerfahrene und gering qualifizierte Arbeitskräfte weltweit begünstigen. Sie werden durch KI produktiver und können ihre Arbeitskraft zudem ortsunabhängig anbieten. Der Lohnunterschied zwischen einem Softwareentwickler in Manila und Frankfurt sei enorm.
Der renommierte Arbeitsmarktforscher, der das Programm „Future of Work“ an der Universität Oxford leitet, sieht darin eine verstärkte Abwanderung von Arbeit. „Es ist dann nicht unbedingt Automatisierung, die einem in Europa oder Amerika den Job wegnimmt. Aber für den deutschen Arbeitnehmer fühlt es sich genauso an“, erläutert Frey.
Bereits 2013 sorgte eine von Frey mitverfasste Studie für Aufsehen. Sie prognostizierte, dass 47 Prozent der Arbeitsplätze in den USA automatisierbar seien. Die Studie gilt als Meilenstein und prägte die globale Debatte über die Zukunft der Arbeit maßgeblich.

