Wer sind die Eisheiligen? Herkunft & die 5 Kälte-Heiligen
Ihren Namen haben die Tage von fünf Heiligen (Bischöfe und Märtyrer) aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Die Beobachtung über Jahrhunderte war: Genau um ihre Namenstage herum gab es oft den letzten Kälteeinbruch mit Frost vor dem Sommer. Deshalb wurden sie zu den „Eisheiligen“. Merkt euch diese Daten:
- Sonntag, 11. Mai: Mamertus (Bischof von Vienne in Frankreich, soll Wunder gewirkt haben)
- Montag, 12. Mai: Pankratius (Römischer Märtyrer)
- Dienstag, 13. Mai: Servatius (Bischof von Tongern in Belgien/Niederlande)
- Mittwoch, 14. Mai: Bonifatius (Römischer Märtyrer, nicht der „Apostel der Deutschen“!)
- Donnerstag, 15. Mai: Sophia (Märtyrin, die „Kalte Sophie“)
Weil es an ihren Tagen oft frostig wurde, riefen die Menschen besonders Servatius und Sophia bei Frostschäden um Hilfe und für eine gute Ernte an. Alte Bauernregeln wie „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“ zeugen davon. (Im Norden sind oft nur die ersten drei Tage relevant, im Süden eher Pankratius bis Sophie).
Bauernregeln: Alte Warnungen vor den „frostigen Bazis“
Die Angst vor diesen Maifrösten steckt tief in unzähligen Bauernregeln, die gerade wieder oft gesucht werden und im Trend liegen. Sie zeigen, wie sehr Kälte die Ernte bedrohte. Viele Sprüche warnen eindringlich:
- So heißt es oft generell: „Die Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.“
- Oder direkter: „Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.“
- Auch einzelne Tage waren gefürchtet: „Mamerz hat ein kaltes Herz“, hieß es für den 11. Mai.
- Für den 12. Mai galt die Garten-Warnung: „Wenn’s an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert.“
- Und bis zum Schluss blieb die Unsicherheit, wie die bekannteste Regel zeigt: „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.“ Deshalb auch der klare Rat: „Pflanze nie vor der Kalten Sophie.“
- Doch nicht alle Regeln malen schwarz, die Hoffnung auf gutes Wetter klingt auch durch: „Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer juchhei.“
Kommt der Kälte-Hammer – oder bleiben wir verschont?
Jahrhundertelang war klar: Um diese Zeit KANN es nochmal richtig kalt werden, vor allem nachts. Der Grund: Oft strömt dann kalte Polarluft aus der Arktis zu uns nach Mitteleuropa. Aber wie sieht es 2025 aus?
- Die Warnung: Experten sagen: Ja, die Gefahr von Nachtfrost besteht weiterhin!
- Die Entwarnung(?): Der Klimawandel hat einiges verschoben. Die letzten richtigen Fröste kommen oft schon Ende April, sagen Meteorologen vom DWD. Außerdem prophezeit der berühmte, aber wissenschaftlich stark umstrittene 100-jährige Kalender (stammt von Abt Knauer aus dem 17. Jhd., der an einen 7-Jahres-Zyklus durch Planeten-Einfluss glaubte – was heute widerlegt ist!) für die Eisheiligen-Zeit 2025 viel Regen – und bei Regen und Wolken wird es nachts selten frostig.
Was heißt das jetzt für DICH?
Auch wenn der Fokus oft auf empfindlichen Pflänzchen liegt – kalte Nächte Mitte Mai können für uns alle ungemütlich sein! Wer abends länger draußen sitzen oder vielleicht sogar schon eine Grillparty plant, sollte den Wetterbericht rund um den 11. bis 15. Mai ganz genau verfolgen!
Fazit: Die Eisheiligen sind mehr als nur eine Bauernregel. Auch wenn der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für extremen Frost etwas senkt – ein später Kälteeinbruch Mitte Mai ist immer noch möglich! Also: Lieber nochmal den dickeren Pulli bereithalten!

