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Ein Stück Hamburg im Süden

Ein Stückchen Hamburg im Süden: Stockachs eigene Reeperbahn

Symbolbild
Foto: Bild von schober auf Pixabay

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Stockach, eine kleine Stadt im Süden Deutschlands, hat jetzt etwas, das man eher mit dem berühmten Hamburger Stadtteil St. Pauli in Verbindung bringen würde – eine eigene Reeperbahn. Aber keine Sorge, hier geht es nicht um Alkohol und Nachtleben, sondern um ein Stück lebendige Handwerksgeschichte.

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Knapp 50 Meter Reeperbahn ziehen sich an der Stadtmauer von Stockach entlang. Hier hat die Seiler-Familie Muffler schon seit über 150 Jahren Seile für verschiedene Einsätze gefertigt. Nun hat Bernhard Muffler, der 61-jährige Seilermeister, die Seilerbahn ins rechte Licht gerückt und als Erweiterung seines Seilermuseums auch für Besucher zugänglich gemacht.

Die Liebe zum Handwerk

„Wir lieben das Handwerk“, sagte Bernhard Muffler über seine Familie bei der Eröffnung. Nur dann sei es auch möglich, Höchstleistungen in ihrem Beruf zu bringen. Täglich werden in der Seilerei und Flechterei Muffler am Rande Stockachs rund 35.000 Meter Seile maschinell gefertigt – für Anwendungen in der Industrie. Trotzdem hat das traditionelle Handwerk immer noch einen Platz im Unternehmen. In der lebendigen Werkstatt an der Stadtmauer werden noch heute von Muffler und seiner Tochter Sophie Seile gedreht, etwa Schaukelseile für das Unternehmen Manufactum.

Ein Stück Kulturgeschichte Stockachs

„Die Seilerei Muffler ist ein Stück Kulturgeschichte Stockachs“, hebt der Seilermeister den Wert hervor. Auch deshalb habe er seine Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen und öffne dafür die Türen seiner Werkstatt für Besucher, die die Arbeit so miterleben können. Die Seilerbahn führt durch einen kleinen Neubau, der für Veranstaltungen genutzt werden kann und in dem auf einem Bildschirm die Familiengeschichte der Mufflers erzählt wird. Besonders hervorgehoben wird die Reeperbahn, wie sie in Norddeutschland heißt, auf ganzer Länge durch eine Beleuchtung neben den Schienen.

Die nächste Generation steht bereit

„Es ist etwas ganz Besonderes, was Papa hier aufgebaut hat“, findet Sophie Muffler lobende Worte für die Arbeit ihres Vaters.  „Es ist toll, wenn die Familiengeschichte ein eigenes Museum hat und so präsent ist.“ Die Töchter Sophie, angehende Seilermeisterin, und Helena, Wirtschaftsingenieurin, stehen dafür bereits in den Startlöchern.

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Ein Blick in die Zukunft

Neu ist auch die Einführung eines Audioguides, über den Zeitzeugen zu Wort kommen und den Handwerksbetrieb als Teil der Stadtgeschichte dokumentieren. So ist eine Besichtigung des Museums auch ohne Führung möglich. Über das Stadtmuseum Stockach könnten Tickets sowie der Audioguide bezogen werden. Durch zeitige Investitionen in die maschinelle Verarbeitung blickt das Unternehmen mit acht Mitarbeitern nun stabil in die Zukunft und wird in einigen Jahren an die nächste Generation übergeben.

Die Reeperbahn in Stockach ist mehr als nur ein neues Kapitel in der Geschichte der Seilerei Muffler. Es ist eine Hommage an die Tradition, eine Brücke zur Moderne und ein Versprechen für die Zukunft. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Liebhaber des Handwerks, sondern für alle, die einen Einblick in die lebendige Geschichte Stockachs gewinnen möchten.

Mehr Infos unter www.seilermuseum.de.

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