Einnahmen-Minus für den Staat

DIW-Studie: Linnemanns Steuerplan kostet Milliarden

DIW-Studie: Linnemanns Steuerplan kostet Milliarden
Foto: Carsten Linnemann (Archivbild).

Der Vorstoß von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zur Entlastung bei der Einkommensteuer würde aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu erheblichen Mindereinnahmen für den Staat führen. Fachleute beziffern das jährliche Defizit auf rund neun Milliarden Euro.

Große Entlastung für Wenige, geringe für die Breite

Der Vorschlag, die Grenze für den Spitzensteuersatz auf ein zu versteuerndes Einkommen von 80.000 Euro zu senken, hätte nach Berechnungen des DIW spürbare Auswirkungen. Singles könnten bis zu 1.000 Euro im Jahr weniger Steuern zahlen, Paare bis zu 2.000 Euro. Allerdings profitieren davon vor allem die oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher.

Für Durchschnittsverdiener fällt die Ersparnis deutlich geringer aus. Singles mit einem Durchschnittseinkommen würden demnach nur etwa 92 Euro im Jahr entlastet. Familien mit zwei Kindern und Durchschnittseinkommen könnten mit einer Ersparnis von rund 160 Euro rechnen.

Gegenfinanzierung als Herausforderung

Um den fiskalischen Ausgleich zu schaffen und die Reform aufkommensneutral zu gestalten, müsste nach Einschätzung von DIW-Steuerexperte Stefan Bach der Spitzensteuersatz auf 47 Prozent angehoben werden. Diese Grenze würde dann allerdings bereits bei einem zu versteuernden Einkommen von 97.200 Euro greifen. Ob diese Maßnahme politisch durchsetzbar wäre, bleibt offen.