Populismus statt Reform
Der Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder, eine Stunde Mehrarbeit pro Woche einzuführen, wird vom Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, als „Populismus“ bezeichnet. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ kritisierte Fratzscher, dass die Forderung die Verantwortung für politische und unternehmerische Fehler auf die Beschäftigten abschiebe.
Lösung oder Ablenkung?
Zwar räumte der Ökonom ein, dass zusätzliche Arbeitsstunden der deutschen Wirtschaft zugutekommen und dem Fachkräftemangel entgegenwirken könnten. Er betonte jedoch, dass die Debatte um die Arbeitszeit verkürzt und fehlgeleitet sei. Die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands seien nicht allein durch mehr Arbeit und Anstrengungen der Belegschaft zu lösen.
Politik muss handeln
Fratzscher appellierte stattdessen an die Politik, die notwendigen Reformen umzusetzen und Unternehmen dazu zu bewegen, eigene Fehler zu korrigieren. Gefragt seien vielmehr Investitionen und Innovationen seitens der Unternehmen, um die Wirtschaft voranzubringen.
