Wirtschaft fordert Reform der Krankenversicherung

DIHK will beitragsfreie Familienversicherung abschaffen

Foto: Haus der Deutschen Wirtschaft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, sieht Handlungsbedarf bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Er favorisiert die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner, die nicht erwerbstätig sind. Dies habe, so Adrian, negative Auswirkungen auf die Arbeitsanreize und müsse durch andere Maßnahmen ergänzt werden, um die Teilzeitquote zu senken.

Reform der Krankenversicherung gefordert

Die beitragsfreie Mitversicherung von nichtarbeitenden Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung steht im Visier der deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). DIHK-Präsident Peter Adrian plädiert für deren Abschaffung. Laut Adrian mindere diese Regelung stark die Motivation für eine Arbeitsaufnahme oder die Ausweitung einer Teilzeittätigkeit. Sobald ein Ehepartner eigenes Geld verdiene, würden auch eigene Beiträge fällig, was den finanziellen Anreiz schmälere.

Mehr Flexibilität für Eltern?

Neben der Mitversicherung sieht Adrian auch die geplante Aktivrente in der Diskussion, die auch für Selbstständige zugänglich gemacht werden müsse. Ein weiterer wichtiger Punkt zur Senkung der Teilzeitquote ist für ihn der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten. Diese müssten nicht nur bedarfsgerecht, sondern auch flexibel, verlässlich und zu ungewöhnlichen Arbeitszeiten verfügbar sein, um Eltern, insbesondere Müttern, den Weg in mehr Arbeit bis hin zur Vollzeit zu ebnen.

Zusätzlich schlägt Adrian vor, Arbeitgebern die Möglichkeit zu geben, einen steuer- und abgabenfreien Betreuungszuschuss für Schulkinder zu zahlen. Dies könnte insbesondere Familien mit Grundschulkindern entlasten, die Nachmittagsbetreuung benötigen.