Außenministerin verliert Job

Grönland: Regierungskrise nach Austritt der Siumut

Grönland: Regierungskrise nach Austritt der Siumut
Foto: Vivian Motzfeldt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Eine breite Koalition auf Grönland ist nur ein Jahr nach der letzten Parlamentswahl zerbrochen. Auslöser des Bruchs war der Streit um die Kandidatur zweier grönländischer Ministerinnen für das dänische Parlament. Nachfolgerin wird nun möglicherweise eine geschwächte Minderheitsregierung.

Koalition zerbrochen

Auf Grönland spitzt sich die Regierungskrise zu. Die seit knapp einem Jahr amtierende Koalition ist fast auf den Tag genau nach der letzten Parlamentswahl zerbrochen. Mit dem Austritt der Siumut (Sozialdemokraten) verliert Außenministerin Vivian Motzfeldt ihren Job.

Jüngster Auslöser für den politischen Beben war der Streit um die Kandidatur von zwei grönländischen Ministerinnen für das dänische Parlament. Die Siumut, eine der beteiligten Regierungsparteien, tritt für eine strikte Trennung von Amt in Grönland und Mandat in Kopenhagen ein. Aus Protest gegen die geplante Kandidatur verließen sie nun die Regierung.

Plötzliche Enttäuschung

Vivian Motzfeldt, die im Streit mit den USA international bekannt geworden war, muss ihren Posten als Außenministerin räumen. Sie zeigte sich von der Entscheidung ihrer Partei am Freitag überrascht und enttäuscht.

Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen von den sozialliberalen Demokraten kritisierte den Austritt seiner Koalitionspartner scharf. Er betonte, das Land stehe unter einem noch nie dagewesenen Druck und einer enormen Aufmerksamkeit der Außenwelt. „Genau deshalb“, so Nielsen, sei es so wichtig gewesen, eine möglichst breite Koalition zu bilden. „Denn wenn der Druck von außen zunimmt, brauchen wir Einigkeit im Inland.“ Die Regierung Grönlands werde jedoch ihre Arbeit fortsetzen.

Nielsen hält an Regierung fest

Vorerst hat Nielsen noch eine Mehrheit im Parlament. Nach der Wahl im März 2025 hatte er alle anderen Parteien mit Ausnahme einer Gruppierung, die auf schnelle Unabhängigkeitsverhandlungen pocht, in die Koalition einbezogen. Derzeitige Mehrheitsverhältnisse sind aber fragil.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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