Industrieverband warnt vor "Gift" für Deutschland

DIHK schlägt Alarm: Steuerreform-Pläne bei Union belasten Wirtschaft

Foto: Haus der Deutschen Wirtschaft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Scharfe Kritik übt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) an Überlegungen der Union bezüglich einer Steuerreform. Eine Anhebung des Spitzensteuersatzes bei gleichzeitig reduzierter Belastung mittlerer Einkommen sei ein "falsches Signal zur falschen Zeit" und schädlich für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Industrie warnt vor „Gift“ für die Wirtschaft

Die Pläne der Union, im Zuge einer großen Steuerreform den Spitzensteuersatz anzuheben und im Gegenzug die Steuerlast für mittlere Einkommen zu senken, treffen auf deutliche Kritik der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov formulierte im „Handelsblatt“ drastisch: „Bei Abgaben und Belastungen gehören wir zur Spitze, bei Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr.“

Melnikov sieht in jeder Überlegung zu Steuererhöhungen ein „völlig falsches Signal zur falschen Zeit“. Die andauernde Debatte, ähnlich wie Spekulationen über eine höhere Erbschaftsteuer für Betriebserben, wirke sich „wie Gift für unsere Wirtschaft“ aus. Tausende mittelständische Unternehmen könnten bei noch höheren Steuerlasten ernsthaft in Bedrängnis geraten, was den Standort Deutschland schwächen würde.

SPD sieht Fortschritt in Unionshaltung

Die SPD reagierte auf die Kompromissbereitschaft der Union positiv. SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar hob hervor, dass es Ziel der Partei sei, mit einer Einkommensteuerreform vor allem kleine und mittlere Einkommen spürbar zu entlasten. Die dafür notwendige Finanzierung soll nach Vorstellung der SPD von sehr reichen Bürgern geleistet werden. Esdar wertete die Öffnung der Union für eine Diskussion über einen höheren Spitzensteuersatz als „Fortschritt“.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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