Rückgang bei Vermittlungen
Nur noch 18,6 Prozent der Minijob-Aufstocker schafften im vergangenen Jahr den Sprung in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung. Das ist ein deutlicher Abfall gegenüber dem Jahr 2017, als diese Quote noch bei 27,1 Prozent lag. Hochgerechnet wurden im vergangenen Jahr bis September rund 67.775 Minijobber in feste Jobs vermittelt – im Vergleich zu 102.084 im Jahr 2017.
Auch bei der Vermittlung in Vollzeitstellen zeigen die Zahlen einen Negativtrend. Von 33.953 Fällen im Jahr 2017 sank die Zahl im vergangenen Jahr auf hochgerechnet 21.753. Die „Bild“-Zeitung beruft sich bei diesen Angaben auf Zahlen der Bundesregierung.
Kritik aus den Parteien
Die CSU-Sozialexpertin Hülya Düber kritisierte gegenüber der „Bild“: „Wenn weniger Menschen aus der Grundsicherung in reguläre Jobs kommen, zeigt das: Die Anreize im System stimmen noch nicht.“ Sie betonte, dass sich Arbeit für viele nicht mehr lohne und der Schritt in die reguläre Beschäftigung attraktiver gestaltet werden müsse.
Ähnlich äußerte sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Jan Feser, der die Daten abgefragt hatte. Er warf der Bundesagentur für Arbeit vor, Arbeitslosigkeit „größtenteils nur noch zu verwalten, anstatt sie wirksam zu beenden“. Minijobs würden seiner Ansicht nach zu einem missbrauchsanfälligen Dauerzustand, anstatt als Brücke in echte Beschäftigung zu dienen.
Bundesagentur verweist auf Arbeitsmarktlage
Die Bundesagentur für Arbeit wies die Kritik indes zurück und verwies auf die aktuell schwache Arbeitsmarktlage als Hauptgrund für die Entwicklung. Die Zahlen spiegeln offenbar eine wachsende Herausforderung für Bürgergeld-Empfänger wider, den Sprung aus geringfügiger Beschäftigung in eine stabile Anstellung zu schaffen.




