Klage trotz Ablehnung eingereicht

BSW pocht auf Neuauszählung nach Bundestagswahl

BSW pocht auf Neuauszählung nach Bundestagswahl
Foto: BSW-Pressekonferenz zu Wahlprüfungsbeschwerde am 09.02.2026, via dts Nachrichtenagentur

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hält trotz der Ablehnung durch den Bundestag an seiner Klage vor dem Bundesverfassungsgericht fest. Die Partei fordert eine Neuauszählung der Stimmen der Bundestagswahl 2025 und begründet dies mit angeblichen Zählfehlern und statistischen Auffälligkeiten, die das knappe Ergebnis beeinflusst haben könnten. Die politischen Gegner weisen die Vorwürfe zurück.

BSW sieht Mehrheitsverhältnisse in Gefahr

Sahra Wagenknecht, Gründerin des BSW, betonte bei einer Pressekonferenz am Montag, dass es bei der Klage nicht primär um den Einzug in den Bundestag gehe. Vielmehr solle sichergestellt werden, dass die tatsächliche Stimmenlage der Wähler korrekt abgebildet wird. Mit Blick auf die knappe Verfehlung der Fünfprozenthürde – laut BSW nur 9.500 Stimmen fehlten – sei die aktuelle Zusammensetzung des Parlaments fragwürdig und die demokratische Legitimation der Regierung zweifelhaft.

Bundestag wies Anträge zurück

Bereits im Dezember 2025 hatte der Bundestag eine Neuauszählung der Stimmen entschieden abgelehnt. Die Mehrheit des Wahlprüfungsausschusses hatte die Einsprüche des BSW zuvor als unbegründet eingestuft und erklärt, alle Hinweise seien geprüft und widerlegt worden, ohne festgestellte Wahlfehler. Sowohl die Bundeswahlleiterin als auch die Landeswahlleiter hätten dieangeblichen Ungereimtheiten präzise untersucht.

Anklage wegen statistischer Anomalien

BSW-Parteivorsitzender Fabio De Masi widerspricht dieser Darstellung vehement. Er wirft dem Bundestag vor, statistische Auffälligkeiten, die Stimmenverluste für das BSW bedeuten könnten, nicht aufgeklärt zu haben. De Masi beruft sich auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1991, das bei knappen Ergebnissen und belegten Zählfehlern eine vollständige Neuauszählung anordnet.

Vorwurf der politischen Blockade

Die ebenfalls als Parteivorsitzende agierende Amira Mohamed Ali kritisierte die Begründung des Bundestags für die Ablehnung der Neuauszählung als „hanebüchen“. Sie präsentierte eigene Zahlen, die darauf hindeuten könnten, dass Stimmen für das BSW fälschlicherweise der Partei „Bündnis Deutschland“ zugeordnet wurden. Mohamed Ali unterstellt den etablierten Parteien, eine mögliche Vertretung des BSW im Parlament verhindern zu wollen. Eine Klärung durch das Bundesverfassungsgericht sei daher unerlässlich.