Statistik zeigt worsen Trend.

Armutsrisiko steigt: Millionen Menschen in Deutschland auf Kante genäht

Foto: Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der von Armut bedrohten Menschen in Deutschland ist leicht gestiegen. Laut dem Statistischen Bundesamt lebten zuletzt rund 13,3 Millionen Menschen unter der Armutsgefährdungsgrenze. Das sind 16,1 Prozent der Bevölkerung – ein Anstieg von 0,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem Alleinlebende und Arbeitslose sind besonders betroffen.

Armutsgefährdung nimmt zu

16,1 Prozent der Deutschen hatten zuletzt ein Einkommen unterhalb der EU-definierten Armutsgefährdungsgrenze. Dies entspricht rund 13,3 Millionen Menschen. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 15,5 Prozent.

Hohe Quoten bei Alleinlebenden und Arbeitslosen

Die Armutsgefährdungsquote variiert stark je nach Lebenssituation. Besonders hart trifft es Alleinlebende mit einer Quote von 30,9 Prozent. In Familien mit nur einem Elternteil sind es 28,7 Prozent. Die höchste Gefährdung zeigt sich bei Arbeitslosen: Fast zwei Drittel von ihnen (64,9 Prozent) sind armutsgefährdet. Auch Rentner und andere Nichterwerbstätige sind überdurchschnittlich stark betroffen.

Blick über das Einkommen hinaus

Betrachtet man neben dem Einkommen auch die Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe, zeigt sich ein noch umfassenderes Bild. Rund 17,6 Millionen Menschen, das sind 21,2 Prozent der Bevölkerung, waren im Jahr 2025 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr (21,1 Prozent) nahezu konstant geblieben.

Die EU-Definition für Armut oder soziale Ausgrenzung umfasst dabei neben dem niedrigen Einkommen auch erhebliche materielle Entbehrungen oder eine sehr geringe Erwerbsbeteiligung des Haushalts.