Gottschalk reist zu "Remigrations-Gipfel"

AfD-Vize will trotz Parteirichtlinie zu Sellner-Treffen

AfD-Vize will trotz Parteirichtlinie zu Sellner-Treffen
Foto: Kay Gottschalk (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Kay Gottschalk plant die Teilnahme an einem Treffen in Porto, das von Martin Sellner mitorganisiert wird. Dies widerspricht einer internen Empfehlung der Parteispitze, keine Veranstaltungen mit Sellner durchzuführen. Gottschalk sieht darin jedoch keinen Konflikt.

Gottschalk sieht keine rote Linie

Selbst wenn die AfD-Spitze dazu aufruft, keine Veranstaltungen mit dem rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner durchzuführen – Kay Gottschalk will zu einem geplanten „Remigrations-Gipfel“ im portugiesischen Porto reisen. Seine Begründung: „Wenn das AfD-Vorfeld einen Gipfel veranstalte, dann ist das für mich eine Pflichtveranstaltung“, sagte Gottschalk dem Portal „T-Online“. Sellner wird dort als Redner und Mitorganisator erwartet.

„Drama“ nicht nachvollziehbar

Der AfD-Vizechef äußerte sich irritiert über die Aufregung: „Ich höre mir an, was sie für Ideen haben.“ Sollten gute Ideen präsentiert werden, schließe er weitere Gespräche nicht aus. „Ich würde auch mit Heidi Reichinnek oder Putin reden. Wir dürfen nicht zu viele rote Linien ziehen.“

Teilnahme an Gipfel keine Parteiveranstaltung

Gottschalk bestreitet einen Widerspruch zu den internen Empfehlungen der Parteispitze. Die Vorstandsempfehlung beziehe sich explizit auf „Parteiveranstaltungen“. Der „Remigrations-Gipfel“ sei jedoch keine solcher, argumentiert er.

Martin Sellner gilt dem Verfassungsschutz als Schlüsselfigur der als gesichert rechtsextrem eingestuften „Identitären Bewegung“. Sein Konzept der „Remigration“ wurde 2025 vom Bundesverwaltungsgericht als unvereinbar mit der Menschenwürde gewertet.