Mehr Bewegung, weniger Zucker.

Aachen: Bundesärztekammer fordert Zuckersteuer und Schulunterricht

Aachen: Bundesärztekammer fordert Zuckersteuer und Schulunterricht
Foto: Coca Cola in einem Supermarkt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Gedanken an Weihnachtsgans und Plätzchen sind kaum verklungen, da rückt ein drängendes Thema in den Fokus: die Gesundheit. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, schlägt Alarm. Er sieht eine drohende Welle von Diabeteserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, die auf Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung zurückzuführen sei. Konkrete Vorschläge liegen auf dem Tisch.

Gesundheit im Visier

„Schon jetzt ist absehbar, dass durch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung bei Kindern und Jugendlichen eine riesige Welle von Diabetikern auf uns zurollt“, sagte Reinhardt dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Er betont die Verantwortung der Politik, auf diese Missstände zu reagieren. Deutschland liegt im europäischen Vergleich beim Präventionsstand auf einem der hinteren Plätze. Reinhardt sieht darin einen deutlichen Nachholbedarf.

Präventive Maßnahmen gefordert

Reinhardt drängt auf höhere Steuern für zuckerhaltige Produkte, Tabak und Alkohol. Solche Maßnahmen hätten sich als wirksam erwiesen, um den Konsum zu senken. Zusätzlich spricht er sich für einen verpflichtenden Gesundheitsunterricht an Schulen aus. Die dabei eingenommenen Gelder könnten zur Finanzierung dieser notwendigen Aufklärung genutzt werden. Ein gesunder Lebensstil müsse frühzeitig vermittelt werden, um langfristigen Erkrankungen entgegenzuwirken.

Handy-freie Zonen in Schulen

Darüber hinaus plädiert der Bundesärztekammer-Präsident für ein Verbot der Handynutzung in Schulen. Schulen sollten geschützte Räume des Lernens und der persönlichen Entwicklung sein, frei von ständiger digitaler Ablenkung. Er räumt jedoch ein, dass ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige zu weit ginge, da soziale Netzwerke auch positive Aspekte für jugendliche Kontaktaufnahme und Organisation haben können. Kompetenz im Umgang mit digitalen Medien sei wichtig.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)