Unternehmer bemängeln mehr Aufwand
Die Stimmung in deutschen Unternehmen ist angespannt, wenn es um bürokratische Hürden geht. Eine aktuelle Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Die gefühlte Belastung durch Bürokratie hat in den vergangenen drei Jahren spürbar zugenommen. Von den rund 1.000 befragten Firmen gaben 78 Prozent an, dass der bürokratische Aufwand insgesamt gestiegen sei. Bei größeren Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern ist dieser Anteil noch drastischer: Knapp 93 Prozent der Befragten empfinden eine Zunahme.
Komplexität und Widersprüche als Haupttreiber
Als Hauptursachen für die steigende Last nennen die Unternehmer vor allem die zunehmende Komplexität von Gesetzen und Verordnungen. Fast 90 Prozent der Befragten sehen hier die Ursache. Hinzu kommt, dass 67 Prozent der Firmen widersprüchliche Gesetze und Vorschriften immer öfter antreffen. Auch das Weiterreichen von Vorgaben, die eigentlich andere Unternehmen betreffen, gehört für 65 Prozent zum Alltag.
EU-Vorgaben im Fokus
Die Kritik richtet sich dabei auch nach Brüssel. Knapp 93 Prozent der Umfrageteilnehmer sind überzeugt, dass eine Verschlankung der EU-Vorgaben maßgeblich zur Reduzierung der Bürokratie beitragen könnte. Das IW schätzt die Zahl der sogenannten Regelungssachverhalte in Deutschland auf rund 100.000 – ein Anstieg von etwa 20 Prozent seit 2010.
Staatliche Zahlen wirken zu optimistisch
Diese Ergebnisse stehen im auffälligen Kontrast zu den offiziellen Zahlen. Laut Bürokratiekostenindex des Statistischen Bundesamts (Destatis) sollten eigentlich Ausgaben und Zeitaufwand der Unternehmen für bürokratische Auflagen leicht sinken. Das IW bewertet diese Einschätzung jedoch als „zu optimistisch“. Die Bundesregierung hatte sich im vergangenen Jahr wiederholt zum Bürokratieabbau bekannt und eine Senkung der Bürokratiekosten um 25 Prozent – umgerechnet 16 Milliarden Euro – angekündigt, scheint hier aber auf Hindernisse zu stoßen.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)





