Belastete Kassen, steigende Zusatzbeiträge
Das Jahr 2025 hat die gesetzlichen Krankenkassen finanziell erneut vor harte Proben gestellt. Die Ausgaben stiegen mit 7,8 Prozent spürbar stärker an als die Beitragseinnahmen, die lediglich um 5,3 Prozent zulegten. Dies geht aus vorläufigen Rechnungsergebnissen des Bundesgesundheitsministeriums hervor.
Dieser Abstand zwischen Ausgaben und Einnahmen erzeugt erheblichen Druck auf die Beitragssätze. Schon zu Jahresbeginn 2025 sahen sich die 93 gesetzlichen Krankenkassen gezwungen, ihre Zusatzbeitragssätze teils deutlich anzuheben. Zwar erwirtschafteten die Kassen im vergangenen Jahr einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro, doch diese Summe dient primär der Auffüllung ihrer Finanzreserven.
Das Problem: Die Rücklagen der Krankenkassen sind weiterhin zu gering. Ende 2025 betrugen sie rund 5,1 Milliarden Euro. Dieser Betrag entspricht gerade einmal 0,18 Monatsausgaben und liegt damit noch immer unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestniveau von 0,2 Monatsausgaben.
Ministerin Warken spricht von „schwieriger Lage“
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) äußerte sich besorgt über die Entwicklung. „Die vorläufigen Finanzergebnisse unterstreichen die schwierige Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung“, sagte sie. „Seit 2024 steigen die Ausgaben wesentlich stärker als die Einnahmen, auch in diesem Jahr.“
Auch wenn ein Maßnahmenpaket die Finanzlage für 2026 stabilisieren konnte, blickt Warken mit Sorge in die Zukunft. Ab 2027 könnten Finanzierungslücken in zweistelliger Milliardenhöhe drohen. Die Ministerin betonte daher die Notwendigkeit, dass alle Akteure im Gesundheitswesen ihren Beitrag leisten müssen, um die Beitragssätze nachhaltig zu stabilisieren.
Konkret beliefen sich die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen auf 355,9 Milliarden Euro, während die Ausgaben bei 352,4 Milliarden Euro lagen. Der durchschnittlich erhobene Zusatzbeitragssatz lag Ende Dezember 2025 bei 2,94 Prozent und damit über dem ausgabendeckenden Wert von 2,5 Prozent für das laufende Jahr. Viele Kassen nutzten die höheren Zusatzbeiträge, um ihre finanziellen Polster aufzustocken.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)



