Wirtschaftsflaute bremst Zuversicht

ZEW-Index leicht gesunken – Industrie hofft auf Reformen

Foto: Symbolbild: ZEW-Gebäude in Mannheim. (Archiv)

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Februar leicht zurückgegangen. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) meldet einen Rückgang des Index. Die Einschätzung der aktuellen Lage hellt sich indes auf, jedoch bleiben strukturelle Probleme bestehen. Exportorientierte Branchen zeigen sich optimistischer.

Konjunkturerwartungen dämpfen Optimismus

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich im Februar geringfügig verschlechtert. Der ZEW-Konjunkturerwartungsindex fiel auf 58,3 Punkte und liegt damit 1,3 Zähler unter dem Wert des Vormonats, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte.

Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation zeigt jedoch eine positive Entwicklung. Der entsprechende Lageindikator verbesserte sich um 6,8 Punkte auf nunmehr -65,9 Zähler.

Fragile Erholung – Industrie im Fokus

ZEW-Präsident Achim Wambach sprach von einer Phase fragiler Erholung. „Die strukturellen Herausforderungen, insbesondere in der Industrie und bei den Privatinvestitionen, bleiben erheblich“, erklärte Wambach. Er betonte, dass die anstehenden Reformen der Sozialversicherungssysteme genutzt werden müssten, um die Attraktivität des Standorts zu steigern.

Hoffnungsschimmer für Exportbranche

In den exportorientierten Sektoren zeigen sich ermutigende Tendenzen. Die Chemie- und Pharmaindustrie verzeichnet einen Zuwachs von 7,5 Punkten, die Stahl- und Metallproduktion legt um 8,6 Punkte zu und der Maschinenbau verzeichnet ein Plus von 10,9 Punkten. Diese positive Entwicklung dürfte auf die zum Jahresende 2025 besseren als erwarteten Auftragseingänge zurückzuführen sein.

Auch für den privaten Konsum gibt es positive Signale. Trotz fortwährender Unsicherheiten verbessert sich die Erwartungslage hier um 6,0 Punkte. Rückläufige Tendenzen sind dagegen bei Banken, in der Informationstechnologie und bei Versicherungen zu beobachten.

Eurozone stagniert

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone zeigten ebenfalls kaum Veränderungen. Der Index liegt aktuell bei 39,4 Punkten, 1,4 Zähler weniger als im Vormonat. Die Einschätzung der Lage in der Eurozone verbesserte sich hingegen um 4,5 Punkte auf -13,6 Zähler.