Rottenburg auf der Überholspur – Stuttgart stagniert
Wenn es um Wachstum geht, ist eine Stadt in Baden-Württemberg ganz vorne mit dabei: Rottenburg am Neckar (Landkreis Tübingen). Hier ist die Einwohnerzahl seit 1975 um 48,4 % gestiegen – ein Rekord unter den 50 größten Städten des Landes. Auch Sinsheim (+46,9 %), Crailsheim (+45,6 %) und Ostfildern (+43 %) haben kräftig zugelegt.

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Doch es gibt auch Städte, in denen sich in fünf Jahrzehnten kaum etwas bewegt hat – oder sogar Rückgänge zu verzeichnen sind. Besonders überraschend: Stuttgart, die Landeshauptstadt, hat seit 1975 gerade einmal 277 Einwohner verloren und stagniert somit praktisch. Auch Mannheim (-1,2 %), Esslingen (-0,6 %) und Heidenheim (-0,9 %) haben kaum Veränderungen erlebt.
Albstadt verliert fast 9 % seiner Einwohner
Den stärksten Bevölkerungsrückgang in den letzten knapp 50 Jahren musste Albstadt (Zollernalbkreis) verkraften. Hier leben heute 4.581 Menschen weniger als 1975 – ein Rückgang um 8,9 %. Doch warum? Experten nennen vor allem wirtschaftliche Faktoren: Wegfall von Arbeitsplätzen, Abwanderung junger Menschen und ein schwacher Zuzug aus anderen Regionen.
Auch Mannheim (-3.938 Einwohner), Esslingen (-571 Einwohner) und Heidenheim (-441 Einwohner) haben sich dem Negativtrend nicht entziehen können.
Stuttgart-Region dominiert das Ranking
Ein Blick auf die Karte zeigt: 17 der 50 größten Städte Baden-Württembergs liegen in der Region Stuttgart, darunter allein sechs Städte aus dem Landkreis Esslingen. Kein Wunder, denn der Großraum Stuttgart ist wirtschaftlich besonders stark – viele Unternehmen ziehen Fachkräfte aus ganz Deutschland und darüber hinaus an.
Top-Wachstumsstädte in Baden-Württemberg
Diese Städte haben seit 1975 am meisten zugelegt:
- Rottenburg am Neckar +48,4 %
- Sinsheim +46,9 %
- Crailsheim +45,6 %
- Ostfildern +43 %
- Lahr/Schwarzwald +40,4 %
- Leonberg +37 %
- Schwäbisch Hall +31,3 %
- Kehl +31,8 %
- Freiburg +31,8 %
- Kirchheim unter Teck +30,5 %
Warum boomen manche Städte, während andere schrumpfen?
Das Bevölkerungswachstum hängt von mehreren Faktoren ab:
- Arbeitsmarkt: Städte mit starker Wirtschaft wie Freiburg, Ulm oder Reutlingen ziehen junge Menschen und Familien an.
- Wohnungsmarkt: Bezahlbarer Wohnraum macht Städte wie Rottenburg, Sinsheim und Crailsheim attraktiv.
- Strukturelle Probleme: Albstadt und andere schrumpfende Städte kämpfen mit weniger Arbeitsplätzen und Abwanderung junger Menschen.
- Verkehrsanbindung: Gut angebundene Städte – z. B. in der Region Stuttgart – wachsen schneller als abgelegene Orte.
Fazit: Baden-Württemberg bleibt dynamisch!
Während Städte wie Rottenburg und Sinsheim durchstarten, kämpfen andere mit Rückgängen. Doch eines ist sicher: Die Region bleibt wirtschaftlich stark, und die Bevölkerung wird weiter wachsen – allerdings nicht überall gleich.


