Hohe Rücklaufquote
Die neu aufgenommene Wehrdienst-Umfrage der Bundeswehr stößt bei den jungen Männern auf überraschend gute Resonanz. Fast drei Viertel der 18-Jährigen, die eine Aufforderung zur Beantwortung des Fragebogens erhielten, haben sich auch die Mühe gemacht. Konkret sind es 72 Prozent der jungen Männer, die dem Schreiben der Streitkräfte Folge leisteten.
Das bedeutet aber auch: Knapp jeder Vierte, genau 28 Prozent, reagierte bislang nicht auf die Aufforderung der Bundeswehr. Diese jungen Männer gehören zum Jahrgang 2008, für den eine Auskunftspflicht besteht. Das meldet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unter Berufung auf Informationen aus Militärkreisen.
Interesse vorhanden, aber…
Der Fragebogen dient dazu, die Eignung und die Bereitschaft für den Dienst in der Bundeswehr zu erfassen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Teil der jungen Männer durchaus offen für den mindestens sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst ist. Laut Bericht signalisiert rund die Hälfte der Befragten Interesse. Ob dieses Interesse jedoch in einer tatsächlichen Verpflichtung mündet, ist eine andere Frage.
Erste Analysen zeigen, dass die Entscheidung für viele von der Flexibilität der Bundeswehr abhängen wird. Wenn es gelingt, jungen Männern einen Dienstplatz anzubieten, der möglichst heimatnah gelegen ist, steigen die Chancen. Lange Anfahrtswege könnten dagegen abschreckend wirken und die Zusage verhindern.
Verweigerern droht Ärger
Das Verteidigungsministerium will die ausbleibenden Antworten nicht einfach hinnehmen. Man werde dem „Entziehen von der Antwortpflicht“ nachgehen, heißt es aus Regierungskreisen. Konkret könnten hartnäckigen Verweigerern Bußgelder drohen. Die Frist für die Beantwortung des Fragebogens beträgt einen Monat.
Seit Jahresbeginn bis Ende April erhielten laut Ministerium rund 194.000 Männer und Frauen das Anschreiben mit den Zugangsdaten. Die Bundeswehr plant, aus den positiven Rückmeldungen Musterungen und Assessments durchzuführen. Ziel ist es, Interessierte für konkrete Verwendungen einzuplanen. Belastbare Analysen zu den Ergebnissen werden für den Sommer erwartet.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) steht unter Druck, die personellen Kapazitäten der Bundeswehr auszubauen. Bis 2035 sollen die aktiven Soldaten von 186.000 auf 260.000 aufgestockt werden. Auch die Zahl der fest eingeplanten Reservisten soll von derzeit knapp 60.000 auf 200.000 steigen.




