Autofahrer müssen sich auf Behinderungen einstellen

Verdi ruft erneut zu bundesweiten Streiks bei Autobahn GmbH auf

Verdi ruft erneut zu bundesweiten Streiks bei Autobahn GmbH auf
Foto: Verdi (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Gewerkschaft Verdi setzt den Druck auf die Autobahn GmbH auf. Für den 23. und 24. Februar sind Aktionen geplant, die den Verkehr beeinträchtigen könnten. Vor allem in Hamburg und Nordrhein-Westfalen sind Auswirkungen zu erwarten. Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen.

Hamburg und NRW im Fokus des Arbeitskampfes

Der Verkehr auf deutschen Autobahnen könnte am kommenden Wochenende erneut ins Stocken geraten. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ihre Mitglieder bei der Autobahn GmbH bundesweit zu Streiks am 23. und 24. Februar aufgerufen. Ziel ist es, vor dem entscheidenden dritten Verhandlungstermin den Druck auf den Arbeitgeber zu erhöhen.

Besonders betroffen sein wird am 23. Februar die Leitzentrale des Elbtunnels in Hamburg. Autofahrer müssen dort auf der A7 mit erheblichen Wartezeiten rechnen, da eine von drei Fahrspuren je Richtung gesperrt werden soll. In der Nacht von Sonntag auf Montag sowie von Montag auf Dienstag können wegen des Streiks keine Schwerlasttransporte über die Norderelbbrücke der A1 geleitet werden. Für Hamburger Betriebsteile gilt eine Notdienstvereinbarung, um Gefahren auszuschließen.

Verwaltungszentren und Tunnelleitzentralen bestreikt

Am 24. Februar sollen die Beschäftigten der zehn Verwaltungsstandorte, darunter die Berliner Zentrale und die neun Niederlassungen, ganztägig die Arbeit niederlegen. In Nordrhein-Westfalen werden zudem die Tunnelleitzentralen Hamm/Westfalen und Duisburg sowie die Verkehrszentrale Leverkusen bestreikt. Auch hier sind Einschränkungen im Autobahnverkehr möglich.

Verdi-Verhandlungsführer Oliver Bandosz kritisierte den bisherigen Verlauf der Tarifrunde als mühsam. „Wir setzen darauf, dass die Autobahn GmbH die deutlichen Botschaften der Beschäftigten versteht und ihr Angebot so verbessert, dass es verhandlungsfähig wird“, sagte er am Donnerstag. Nur so könne man Fortschritte erzielen.

Forderungen nach mehr Gehalt und besseren Bedingungen

Die Verhandlungen zwischen Verdi und der Autobahn GmbH sollen am 28. und 29. Februar in Berlin stattfinden. Die Gewerkschaft fordert für die rund 14.000 Beschäftigten eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr pro Monat. Auch Nachwuchskräfte sollen diese Zulage erhalten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Verdi verweist auf die rund 1.000 unbesetzten Stellen und den enormen Sanierungsbedarf des Autobahnnetzes. Motviert und qualifiziertes Fachpersonal sei nur mit guten Gehältern und Arbeitsbedingungen zu gewinnen und zu halten.