Dystopische Zustände geschildert
Die Nachrichten, die aus dem Iran nach außen dringen, zeichnen ein düsteres Bild. „Die Stimmen aus dem Iran sagen einheitlich: Es ist noch viel schlimmer, als ihr denkt“, zitiert die deutsch-iranische Menschenrechtsaktivistin Mariam Claren die Funke-Medien. Sie selbst erhielt in den vergangenen Tagen direkte Berichte, die von „kriegsähnlichen Zuständen“ und „wahllosen Erschießungen auf der Straße und an der Haustür“ sprechen.
Die Brutalität des Regimes zeigt sich laut Claren in einem Fall, bei dem Beamte nicht festgenommen, sondern direkt an der Haustür erschossen hätten. Die Bevölkerung traue sich kaum noch vor die Tür. Die Straßen seien „militarisiert“, das Militär herrsche quasi. Ein Gesprächspartner berichtete Claren von der Angst, „beim Einkaufen erschossen zu werden“.
Westliche Reaktionen enttäuschen
Diese Zustände lassen die „Schweigen der internationalen Gemeinschaft“ umso bitterer erscheinen. Die Äußerung von US-Präsident Donald Trump, mitten in den Protesten wäre „Help is on the way“, bezeichnet Claren als „unverantwortlich“. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz’ (CDU) Aussage, das Regime sei dem Ende geweiht, wird als „leere Floskel“ abgetan.
Besonders unverständlich sei für die Aktivistin die Blockade einer EU-Terror görüşliste für die Islamische Revolutionsgarde durch Länder wie Italien, Frankreich und Spanien. „Hat sich mal einer der Verantwortlichen überlegt, was dieses Katz-und-Maus-Spiel mit dem iranischen Volk macht?“, fragt Claren mit Blick auf die Meldungen über US-Kriegsschiffe, die auf dem Weg seien. „Wir wissen nicht, was die nahe Zukunft bringt, und welche geopolitischen Interessen siegen werden, aber eines ist klar: Niemandem geht es um das iranische Volk und ihr Recht auf Freiheit.“

