Tragödie im Neckar
Das Grauen nimmt seinen Lauf, als eine völlig durchnässte Frau im Tagesverlauf eine Polizeidienststelle betritt. Pony Hübner, eine ehemalige Internetberühmtheit, meldet ihren Wagen als gestohlen – mit ihren beiden Kindern auf der Rückbank. Der Bericht der Beamten liest sich wie ein Albtraum: Kurz darauf bergen Einsatzkräfte den SUV aus dem Neckar. Die kleine Tochter ist tot, ihr Bruder Hugo bleibt verschwunden.

Ein Mann in einer Rettungsweste blickt ernst in die Kamera.
Ein teurer Fehler. So könnte man das Leben der Hübners beschreiben, die in einer riesigen Villa leben, die eher einem modernen Sarkophag gleicht als einem Zuhause. Während die Suche nach dem vermissten Jungen läuft, prallen in der Ehe von Pony und ihrem Mann Stefan nur noch Kälte und gegenseitige Verachtung aufeinander. Stefan Hübner, selbst Medienmacher, scheint den Tod seiner Tochter fast schon professionell für die nächste Schlagzeile zu verarbeiten.
Zwischen Klickzahlen und Trauer
In der Welt des Paares existiert man nur, wenn die Kamera läuft. Die Meldung der Behörden über Erpresserbriefe bringt zwar neue Bewegung in den Fall, doch das Misstrauen zwischen den Eltern wächst unaufhaltsam. Personen, die etwas Ungewöhnliches beobachtet haben, gibt es in diesem Umfeld aus Influencern und Verlegern kaum – hier achtet jeder nur auf die eigene Darstellung.
Lannert und Bootz müssen sich durch ein Dickicht aus Zynismus und verletzter Eitelkeit kämpfen. Es geht um die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn die Fotografen weg sind und das Scheinwerferlicht erlischt. Der Stuttgarter „Tatort“ zeigt heute unbeschönigt, dass man Gefühle nicht einfach per Klick teilen kann, wenn das Fundament einer Familie längst verrottet ist.
Kritik: Lohnt sich das Einschalten?
Der heutige Abend bietet schwere Kost statt leichter Unterhaltung. Wer einen klassischen Mitrate-Krimi sucht, könnte enttäuscht werden, denn „Ex-It“ ist vielmehr ein psychologisches Drama. Besonders stark spielt Hans Löw als Stefan Hübner. Er verkörpert den eiskalten Strippenzieher so authentisch, dass man als Zuschauer eine tiefe Abneigung entwickelt. Kim Riedle liefert als zerbrechliche Mutter dazu den perfekten Gegenpart. Visuell ist der Film brillant, doch die emotionale Bindung zum Schicksal des Kindes geht zwischen dem ganzen Glamour-Gequatsche manchmal etwas verloren. Ein sehenswerter, aber sehr wortlastiger Beitrag.

ARD/SWR TATORT: EX-IT, am Sonntag (18.01.26) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) vernehmen Pony Hübner (Kim Riedle), weil der Verdacht aufgekommen ist, dass sie mehr weiß als sie sagt. © SWR/Benoît Linder, honorarfrei – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung und bei Nennung „Bild: SWR/Benoît Linder“ (S2+). SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-22202, [email protected]
Das Ensemble vor der Kamera
Hier sind die Personen, die diesen speziellen Fall zum Leben erwecken:
- Thorsten Lannert – Richy Müller
- Sebastian Bootz – Felix Klare
- Pony Hübner – Kim Riedle
- Stephan Hübner – Hans Löw
- Dr. Daniel Vogt – Jürgen Hartmann
- Miray Müller – Zeynep Bozbay
- Pat Wagner – Anne Haug
- Bayer „Echse“ – David Zimmerschied
- Hugo Hübner – Yvon Moltzen
- Akhil – Sujit Kuruvilla
- Raul – Martin Peñaloza Cecconi
- Hannah Schubert – Monika Wiedemer
- Bernd Kurth – Nils Bannert
- Ines Bartsch – Ragna Poll
Stab
- Musik – Lorenz Dangel
- Musik – Fabian Zeidler
- Kamera – Michael Merkel
- Buch – Wolfgang Stauch
- Regie – Friederike Jehn
Sendetermine und Wiederholungen
Die Erstausstrahlung erfolgt am heutigen Sonntag, 18. Januar 2026, um 20:15 Uhr in der ARD. Falls Sie den Start verpasst haben, gibt es folgende Ausweichtermine:
- Sonntag, 18. Januar: 21:45 Uhr auf ONE
- Montag, 19. Januar: 03:00 Uhr auf ONE
- Dienstag, 20. Januar: 00:40 Uhr in der ARD
Zudem ist der Krimi ab sofort für sechs Monate in der ARD-Mediathek abrufbar.
Soll ich für Sie noch eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Top-Fälle des Stuttgarter Ermittlerduos heraussuchen?



