Positiver Trend hält an, aber Anstrengungen nötig

Luftqualität 2025: EU-Grenzwerte eingehalten, WHO-Empfehlungen verfehlt

Luftqualität 2025: EU-Grenzwerte eingehalten, WHO-Empfehlungen verfehlt
Foto: Luft-Messstation (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Deutschland hat 2025 erneut alle geltenden Grenzwerte der EU-Luftqualitätsrichtlinien erfüllt. Dies teilte das Umweltbundesamt (UBA) mit. Zugleich bleibt das Land jedoch weit hinter den ambitionierten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück, insbesondere bei Stickstoffdioxid und Feinstaub. Die positive Entwicklung setzt sich fort, doch für die Zukunft werden schärfere Vorgaben erwartet.

Gute Nachrichten mit Blick auf die EU

Das Jahr 2025 scheint für die Luftqualität in Deutschland ein gutes zu sein, zumindest wenn man die europäischen Vorgaben betrachtet. Laut einer vorläufigen Auswertung des Umweltbundesamtes (UBA) wurden an rund 600 Messstationen landesweit die geltenden Grenzwerte für Luftschadstoffe eingehalten.

Das bedeutet zum achten Mal in Folge die Erfüllung der EU-Vorgaben für Feinstaub im Jahresmittel (maximal 25 Mikrogramm pro Kubikmeter). Für Stickstoffdioxid wurde zum zweiten Mal die Obergrenze von 40 Mikrogramm (im Jahresmittel) nicht überschritten.

WHO-Empfehlungen bleiben ferne Ziele

Doch bei aller Freude über die Einhaltung der EU-Grenzwerte: Die deutlich strengeren Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind noch weit entfernt. Diese sehen für Stickstoffdioxid maximal 10 Mikrogramm pro Kubikmeter und für Feinstaub maximal 5 Mikrogramm pro Kubikmeter vor – Werte, die Deutschland laut UBA „weiterhin weit entfernt“ ist.

UBA-Präsident Dirk Messner bestätigte die positive Entwicklung: „Mit der Einhaltung aller Grenzwerte setzt sich 2025 die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort.“ Er mahnte jedoch zugleich: „Es bedarf dennoch weiterer Anstrengungen zur Verbesserung der Luftqualität.“ Die durchschnittliche Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid lag 2025 sogar über den Vorjahreswerten.

Strengere EU-Werte ab 2030

Die Messlatte wird in der Europäischen Union ab 2030 deutlich höher gelegt. Neue Richtlinien sehen eine schrittweise Annäherung an die WHO-Werte vor. So sinkt der Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter, und für Feinstaub (PM2,5) von 25 auf 10 Mikrogramm.

Langfristig ist sogar eine vollständige Angleichung an die WHO-Richtwerte angestrebt. Bis 2050 soll die Luftverschmutzung so weit reduziert werden, dass sie als nicht mehr schädlich für Mensch und Umwelt gilt.

Zwischenbilanz ernüchternd, Ausblick optimistisch

Vergleicht man die aktuellen Messdaten mit den ab 2030 geltenden EU-Grenzwerten, zeigt sich, dass noch Handlungsbedarf besteht. Rund 39 Prozent der Messstationen überschreiten die neuen Zielwerte für Stickstoffdioxid, bei Feinstaub PM2,5 sind es etwa 18 Prozent.

Das UBA schätzt jedoch, dass durch fortwährende Verbesserungen im Jahr 2030 die neuen Grenzwerte weitgehend eingehalten werden, mit nur vereinzelten Überschreitungen bei PM2,5 und NO2.

Luftverschmutzung bleibt tödliche Gefahr

Die Europäische Umweltagentur (EEA) beziffert die jährliche Zahl der durch Luftverschmutzung verursachten Todesfälle in der EU auf 180.000. Besonders für Menschen mit Vorerkrankungen sind Informationen über die aktuelle Luftqualität essenziell, um ihr Verhalten anzupassen. Die UBA-App „Luftqualität“ warnt bei schlechter Luft und gibt Gesundheitstipps, um beispielsweise Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.