Kassen lehnen höhere Preise ab
Der GKV-Spitzenverband hat sich in einem Schreiben an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gegen eine Finanzierung der Industriepolitik durch die Beitragszahler ausgesprochen. Die aktuelle Erörterung im Pharma- und Medizintechnikdialog zur Stärkung des Pharmastandorts Deutschland sieht der Verband kritisch, wenn höhere Arzneimittelpreise die Folge wären.
„Industriepolitisch motivierte Belastungen der Beitragszahlenden im Bereich der Arzneimittelvergütung müssen vermieden werden“, heißt es in dem Schreiben. Deutschland hat laut GKV bereits die zweithöchsten Ausgaben für verschreibungspflichtige Arzneimittel im OECD-Vergleich. Zudem betont der Verband, dass hohe Arzneimittelpreise keinen kausalen Zusammenhang mit Standortfaktoren wie Forschung oder Produktion hätten.
Alternative Vorschläge
Stattdessen schlägt der GKV-Spitzenverband der Ministerin vor, auf „vertragliche Liefer- und Bevorratungspflichten“ zu setzen, um die Versorgung zu verbessern. Zuvor hatten bereits fünf Pharma-Verbände die Ministerin vor einem „verschärften Preiswettbewerb“ gewarnt.
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für Arzneimittel sind zuletzt deutlich gestiegen. Von 50 Milliarden Euro im Jahr 2023 kletterten sie auf 55 Milliarden Euro im Jahr 2024.
