Energiepreise bleiben Belastung

Heizkosten auf hohem Niveau: 43 Prozent teurer als vor der Energiekrise

Heizkosten auf hohem Niveau: 43 Prozent teurer als vor der Energiekrise
Foto: Heizkessel im Altbau-Keller (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs zahlen deutsche Haushalte für Energie immer noch deutlich mehr. Besonders die Heizkosten sind stark gestiegen, während Strompreise stabil geblieben sind. Laut einer Verivox-Analyse belasten die höheren Energiekosten den Geldbeutel erheblich. Besonders Öl- und Gasheizer müssen tief in die Tasche greifen.

Energiepreise bleiben hoch

Vier Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sind die Energiepreise für deutsche Haushalte immer noch spürbar höher als im Vorkriegsjahr 2021. Die jährlichen Ausgaben für Heizung, Strom und Kraftstoff liegen im Februar 2026 bei rund 4.977 Euro für einen Musterhaushalt mit drei Personen. Das sind 856 Euro mehr als noch 2021.

Heizkosten stark gestiegen

Besonders stark hat sich laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox das Heizen verteuert. Heizöl ist aktuell rund 29 Prozent teurer als vor der Energiekrise. Haushalte zahlen für 20 Hektoliter Heizöl jährlich 1.849 Euro, 2021 waren es noch 1.428 Euro.

Auch Gasheizer müssen tiefer in die Tasche greifen. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind die Kosten von 1.329 Euro auf 1.988 Euro gestiegen – ein Plus von rund 50 Prozent. Da mehr Haushalte Gas zum Heizen nutzen, sind die durchschnittlichen Heizkosten insgesamt um 43 Prozent gestiegen.

Kraftstoffpreise belasten Autofahrer

Auch an der Zapfsäule ist die Mehrbelastung deutlich spürbar. Benzin ist laut Verivox rund 15 Prozent teurer als 2021, Diesel sogar 24 Prozent. Autofahrer zahlen im Durchschnitt etwa 17 Prozent mehr für Kraftstoff als vor Beginn der Energiekrise.

Strompreis stabil dank staatlicher Hilfe

Strom dagegen bleibt nach der Analyse weitgehend stabil. Bei einem typischen Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden steigen die Kosten nur leicht von 1.229 auf 1.244 Euro. Wer im günstigsten Tarif versorgt wird, zahlt sogar 13 Prozent weniger als vor der Krise.

„Ein milliardenschwerer Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten sowie sinkende Großhandelspreise haben dafür gesorgt, dass die Strompreise seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 um gut ein Viertel gefallen sind“, erklärt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Bei Gas und Kraftstoffen ist eine Rückkehr auf das Vorkriegsniveau dagegen absehbar nicht in Sicht. Allein der deutlich gestiegene CO2-Preis verteuert fossile Energieträger spürbar.“

Die Analyse von Verivox basierte auf einem Drei-Personen-Haushalt mit bestimmten Verbrauchsdaten und Fahrleistungen. Die Preisdaten stammen von verschiedenen seriösen Quellen wie dem Statistischen Bundesamt, ADAC und ADAC.