Ungelöste Probleme vor Rechtsanspruch
Die flächendeckende Ganztagsbetreuung für Grundschüler steht unter Druck. Nur wenige Monate vor dem Start des Rechtsanspruchs auf Betreuung ab Herbst kämpfen viele Schulen mit grundlegenden Problemen. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) sieht dies trotz Fortschritten kritisch.
„Der Ganztagsausbau ist auf einem guten Weg, das Platzangebot in Schulen und Horten wächst spürbar“, räumte Prien gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe ein. Ergebnisse einer neuen Umfrage zeigten jedoch auch Hürden auf.
„Zugleich machen sie deutlich, dass wir regional weiter vor Herausforderungen stehen – insbesondere bei Räumen und Fachkräften“, so die Ministerin.
Jede vierte Schule befürchtet Engpässe
Die Sorgen der Bildungseinrichtungen sind konkret. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung befürchtet jede vierte Grundschule, dass die Ankündigung, ab diesem Herbst auch die Erstklässler mit einem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung versorgen zu können, nicht vollständig umsetzbar sein wird.
Die am häufigsten genannten Hinderungsgründe: Fehlende Räume, zu wenig Personal und Gelder, die nicht ausreichen.
Die Bundesregierung und die Länder hatten sich auf eine schrittweise Einführung des Rechts geeinigt. Ab dem kommenden Schuljahr greift die Regelung für die 1. Klasse. Bis 2029/2030 sollen alle Jahrgangsstufen der Grundschulen abgedeckt sein, mit dem Ziel, dass dann für jedes Kind ein Platz mit 40 Wochenstunden vorhanden ist.

