Sindelfinger Wald besonders gefährlich
Im bundesweiten Vergleich schneidet der Rastplatz Sindelfinger Wald (A8) besonders schlecht ab. Hier parkten im Durchschnitt 29 Lkw außerhalb markierter Flächen (Gelb), 18 Lkw im absoluten Halteverbot (Orange) und 4 Lkw in der höchsten Gefahrenkategorie „Rot“ – also im Ein- oder Ausfahrtsbereich oder sogar auf dem Seitenstreifen der Autobahn.
„Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, die Kapazitäten für Lkw-Parken an Autobahnen auszubauen“, warnt Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr & Umwelt beim ADAC Württemberg. „Eine kurzfristige Maßnahme wäre der Einsatz intelligenter Technik, damit mehr Lastwagen auf die bestehenden Anlagen passen.“
Falschparker an fast allen Rastanlagen
Auch andere Rastplätze im Land zeigen deutliche Defizite. Besonders Ellwanger Berge West (A7) fiel mit 31 Lkw außerhalb der Parkmarkierungen und 21 im Halteverbot auf. Auf den Anlagen Hockenheim Ring West (A6) und Bruchsal West (A5) waren jeweils hohe Zahlen von Falschparkern zu verzeichnen – ein deutliches Zeichen, dass die vorhandenen Kapazitäten längst nicht ausreichen.
Ergebnisse für alle Testobjekte in Baden-Württemberg (Durchschnitt über drei Messzeitpunkte)
| Standort | Autobahn | Gelb | Orange | Rot |
|---|---|---|---|---|
| Achern | A5 | 11 | 1 | 2 |
| Bad Bellingen | A5 | 8 | 0 | 0 |
| Bruchsal West | A5 | 25 | 10 | 3 |
| Fliegwiese West | A5 | 5 | 0 | 0 |
| Hockenheim Ring West | A6 | 29 | 14 | 1 |
| Kochertalbrücke Süd | A6 | 5 | 1 | 0 |
| Ellwanger Berge West | A7 | 31 | 21 | 0 |
| Langenau (Nerenstetten) | A7 | 8 | 12 | 0 |
| Fuchsberg West | A8 | 6 | 0 | 0 |
| Kämpfelbach Süd | A8 | 18 | 12 | 0 |
| Sindelfinger Wald | A8 | 29 | 18 | 4 |
| Steinig | A8 | 8 | 11 | 2 |
Jede zweite Anlage mit gefährlichen Falschparkern
Insgesamt zeigte sich, dass an fünf der zwölf untersuchten Rastanlagen in Baden-Württemberg Verstöße der höchsten Gefahrenstufe („Rot“) auftraten. Neun von zwölf Anlagen wiesen Verstöße der Kategorie „Orange“ auf. Auf allen Anlagen standen Lkw außerhalb der markierten Flächen – häufig mitten in den Fahrgassen.
Technische Lösungen als kurzfristige Hilfe
Der ADAC fordert neben dem Ausbau der Stellplatzkapazitäten auch kurzfristige Lösungen durch intelligente Systeme. Eine Möglichkeit wäre das sogenannte Kolonnenparken, bei dem Lkw nach ihrer geplanten Abfahrtszeit geordnet und dichter hintereinander gestellt werden. So könnten bestehende Parkflächen effizienter genutzt werden, bis neue Anlagen geschaffen sind.
Fazit: Sicherheitsrisiko bleibt bestehen
Der Mangel an Lkw-Stellplätzen gefährdet nicht nur Berufskraftfahrer, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmenden. Falsch abgestellte Lastwagen in Ein- und Ausfahrten oder auf dem Seitenstreifen stellen eine ernste Gefahr dar – besonders nachts. Ohne zusätzliche Maßnahmen, so der ADAC, werde sich die Situation weiter zuspitzen.
