Maschinenbau und Metallverarbeitung treiben den Sektor

Deutscher Industrie-Motor brummt: Auftragsboom beschert starkes Plus

Foto: Stahlproduktion im Werk, Archivbild

Die deutsche Industrie hat das Jahr 2025 mit einem beachtlichen Sprung im Auftragseingang begonnen. Nach saison- und kalenderbereinigten Zahlen stiegen die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember kräftig an. Insbesondere Großaufträge in Schlüsselbranchen befeuerten die positive Entwicklung, während die Automobilbranche leichte Dämpfer erlebte.

Dezember-Aufschwung beflügelt Industrie

Im Dezember 2025 verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland einen starken Anstieg des realen Auftragseingangs. Saison- und kalenderbereinigt lagen die Bestellungen 7,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats November. Dies meldete das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen.

Selbst ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen, die oft für Schwankungen sorgen, kletterte der Auftragseingang um solide 0,9 Prozent im Vergleich zum direkten Vormonat. Dies deutet auf eine breitere positive Nachfrage hin.

Großaufträge als Turbo

Ein wesentlicher Treiber für den deutlichen Zuwachs im Dezember waren Großaufträge. Besonders die Hersteller von Metallerzeugnissen (+30,2 Prozent) und der Maschinenbau (+11,5 Prozent) profitierten von umfangreichen Bestellungen aus verschiedenen Sektoren. Auch die Herstellung elektrischer Ausrüstungen (+9,8 Prozent) sowie elektronischer und optischer Erzeugnisse (+5,7 Prozent) trugen positiv bei.

Diese beiden Wirtschaftszweige sind entscheidend für die exportorientierte deutsche Industrie und zeigen, dass die internationale Nachfrage nach deutschen Produkten weiterhin stark ist.

Automobil und Fahrzeugbau im Gegenwind

Weniger erfreulich präsentierte sich im Dezember die Automobilindustrie mit einem Rückgang der Auftragseingänge um 6,3 Prozent. Auch der Sonstige Fahrzeugbau, der unter anderem Flugzeuge, Schiffe und Züge umfasst, erlebte einen deutlichen Einbruch von 18,7 Prozent, allerdings ausgehend von einem sehr hohen Niveau im Vormonat. Hier landeten ebenfalls wieder umfangreiche Großaufträge, die den tatsächlichen Trend aber überschatteten.

Investitionsgüter gefragt, Umsatz stagniert

Bei den wichtigen Investitionsgütern stieg der Auftragseingang im Dezember um 10,5 Prozent. Vorleistungsgüter verzeichneten ein Plus von 5,7 Prozent. Konsumgüter wiesen hingegen einen leichten Rückgang von 5,3 Prozent auf.

Die Auslandsaufträge nahmen im Dezember insgesamt um 5,6 Prozent zu. Besonders stark war die Nachfrage aus Nicht-Eurozone-Ländern mit einem Anstieg von 9,7 Prozent, während die Bestellungen aus der Eurozone nur leicht um 0,6 Prozent zulegten. Die Inlandsaufträge zeigten sich mit einem Plus von 10,7 Prozent robust.

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe zeigte sich im Dezember 2025 leicht rückläufig. Saison- und kalenderbereinigt lag er 1,4 Prozent unter dem Vormonat. Im Jahresvergleich, also im Kalenderjahr 2025, verzeichnete der reale Umsatz ein leichtes Minus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.