Der entscheidende Teil des Festivals beginnt nach dem Auftakt
Die Eröffnung ist vorbei, das eigentliche Publikumsfestival läuft aber bis Sonntag, 1. November, weiter. Der Veranstalter bündelt in Biberach rund 60 deutschsprachige Produktionen und erwartet mehr als 130 Filmschaffende. Viele Teams sind bei ihren Vorführungen anwesend. Damit unterscheidet sich das Programm von einem gewöhnlichen Kinobesuch: Nach mehreren Filmen sind Gespräche mit Regie, Produktion oder Besetzung vorgesehen.
Wer kurzfristig plant, muss deshalb nicht das gesamte Programm überblicken. Sinnvoller ist die Entscheidung nach Besuchstag: Donnerstag bietet neben den Filmen zwei kostenfreie Einblicke in Gestaltung und Drehbucharbeit. Freitag verbindet prominente Gäste mit einer offenen Festivalparty. Samstag konzentriert Weltpremieren und Gespräche, Sonntag gehören Teile des Programms Adele Neuhauser und der Preisverleihung.
Am Donnerstag führen zwei kostenlose Termine hinter die Leinwand
Am 29. Oktober beginnt um 15 Uhr an der Hochschule Biberach die Präsentation „Ein Möbel für das Kino zu zweit“. Architekturstudierende zeigen Entwürfe für gemeinsames Filmsehen; der beste Entwurf soll später als Möbel für die Hochschule umgesetzt werden. Die Ausstellung ist nach Angaben des Festivals bis einschließlich 3. November werktags von 8 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Um 18 Uhr folgt in der Lernwerkstatt der Stadtbücherei das ebenfalls kostenlose Gespräch „Von der Idee zum Drehbuch“. Cornelia Ackers und Roland Zag erklären, wie Figuren, Konflikte und dramaturgische Entscheidungen aus einem Stoff eine Filmgeschichte machen. Das ist ein eigenständiger Zugang zum Festival: Besucher müssen dafür weder eine Kinokarte kaufen noch bereits einen bestimmten Film gesehen haben.
Freitagabend treffen bekannte Namen und offene Türen aufeinander
Ein publikumsstarker Termin ist am Freitag um 20.45 Uhr der Fernsehfilm „Glückspilze isst man nicht“. Im offiziellen Programm sind Maria Furtwängler, Adele Neuhauser und Regisseur Rainer Kaufmann als anwesend angekündigt. Die Komödie verbindet eine Wissenschaftlerin, eine Walküre und einen CO₂-speichernden Pilz. Sie ist ab sechs Jahren empfohlen; der Film dauert 89 Minuten.
Danach verlagert sich das Festival aus dem Kino: Ab 21 Uhr lädt der Veranstalter in die Bar des Hotels Kapuzinerhof zur Filmfestparty. Der Eintritt ist frei, die Einladung richtet sich ausdrücklich auch an Gäste und Freunde des Festivals. Davon zu unterscheiden ist das Networking-Event am selben Abend: Dieses ist nur für Filmschaffende mit Festivalpass und Anmeldung vorgesehen.
Schon um 12 Uhr sprechen die aus Riedlingen stammenden Sebastian Selg und Roman Schneider im PEDI über unabhängige Filmprojekte, Finanzierung und Workflows. Auch dieser Termin ist kostenlos. Wer Festivalatmosphäre erleben möchte, ohne mehrere Kinokarten zu kaufen, findet am Freitag damit zwei frei zugängliche Ankerpunkte.
Samstag setzt auf Weltpremiere, Filmtalk und Literatur
Am Samstag um 19 Uhr läuft in Saal 1 die Weltpremiere „Der Geier – Blut und Zweifel“. Philipp Hochmair spielt erneut den früheren Zeugenschützer Lukas Geier; im Programm sind Hochmair sowie weitere Mitglieder von Regie, Produktion und Redaktion als anwesend aufgeführt. Der 90-minütige Krimi ist ab zwölf Jahren freigegeben.
Das kostenlose Rahmenprogramm beginnt bereits um 12 Uhr mit einem Filmtalk im Kapuzinerhof. Filmschaffende sprechen dort über Entstehung, Arbeit am Set und aktuelle Fragen der Branche. Um 19 Uhr liest Roman Klementovic in der Stadtbücherei aus seinen Thrillern und erläutert den Weg seines Romans „Wenn das Licht gefriert“ auf die Leinwand. Der dazugehörige Fernsehfilm mit Adele Neuhauser, Erwin Steinhauer und Fritz Karl ist als Weltpremiere Teil des Festivals.
Für die Tagesplanung entsteht damit eine echte Alternative zur Abfolge mehrerer Vorstellungen: Filmgespräch am Mittag, freie Zeit in der Stadt und am Abend entweder Lesung oder Kinofilm. Da einzelne Vorstellungen stark nachgefragt sein können, sollte der aktuelle Kartenstand vor der Anreise direkt im Cineplex-Ticketshop geprüft werden.
Der Sonntag gehört dem Publikum und Adele Neuhauser
Um 11 Uhr beginnt im Café Lieb.es „Meet the Jury“. Mitglieder der Festivaljurys erklären, wie sie Filme diskutieren und Entscheidungen vorbereiten. Anschließend ist ein kleiner Brunch mit persönlichen Gesprächen angekündigt. Der Eintritt ist frei.
Adele Neuhauser ist am Sonntag in mehreren Programmpunkten präsent. „Wenn das Licht gefriert“ läuft um 16.15 Uhr, „Glückspilze isst man nicht“ um 16.30 Uhr. Bei der Gala in der Stadthalle wird Neuhauser außerdem mit dem Ehrenbiber ausgezeichnet. Das offizielle Programm führt den Beginn der Gala mit 19 Uhr auf; die Übergabe der acht mit insgesamt 27.000 Euro dotierten Preise soll ab 19.30 Uhr erfolgen.
Die beiden Neuhauser-Filme überschneiden sich. Wer die Schauspielerin sehen möchte, muss sich daher zwischen Thriller und Komödie entscheiden und darf nicht mit einem Wechsel zwischen den Sälen rechnen. Die Gala ist ein eigener Termin mit separatem Ticket.
Was Tickets kosten und wo sie erhältlich sind
| Angebot | Regulär | Ermäßigt | Kaufweg |
|---|---|---|---|
| Filmvorführung | 12 Euro | 8 Euro für Schülerinnen, Schüler und Studierende | online beim Cineplex oder an der Kinokasse |
| Luxusloge im Kino | 15 Euro | keine gesonderte Ermäßigung genannt | über das Cineplex |
| Gala mit Preisverleihung | 15 Euro | 10 Euro für Schülerinnen, Schüler und Studierende | Kartenservice Biberach online oder im Rathaus |
| Ausgewählte Gespräche und Filmfestparty | kostenlos | – | je nach Termin ohne Ticket; Zugangshinweise im Programm prüfen |
Die meisten Vorführungen finden im Cineplex Biberach statt, Eröffnung und Gala in der Stadthalle. Für jede einzelne Vorstellung verlinkt das offizielle Onlineprogramm direkt zum jeweiligen Ticketangebot. Eine veröffentlichte Programmseite ersetzt jedoch keine Verfügbarkeitsanzeige: Vor der Fahrt sollte geprüft werden, ob für den gewünschten Termin noch Karten angeboten werden.
Warum das Rahmenprogramm mehr als eine Zugabe ist
Die prominent besetzten Vorführungen liefern Aufmerksamkeit. Der eigenständige Wert der Biberacher Filmfestspiele liegt in diesen Tagen aber stärker in der Verbindung von Kino und direktem Austausch. Kostenlose Gespräche über Drehbuch, unabhängige Produktionen, Juryarbeit und Literatur machen auch einen kurzen Besuch sinnvoll. Zugleich bleibt die Planung konkret: Wer einen bestimmten Film sehen will, braucht ein Vorstellungsticket; wer nur Festivalatmosphäre sucht, kann mehrere offene Termine nutzen.
Für Freitag bis Sonntag gilt deshalb eine einfache Reihenfolge: erst den gewünschten Film und seine tatsächliche Ticketverfügbarkeit festlegen, dann ein passendes freies Gespräch oder die Party ergänzen. So wird aus dem dichten Gesamtprogramm ein planbarer Besuch, ohne dass mehrere parallele Veranstaltungen miteinander verwechselt werden.



