Marktöffnung und faire Spielregeln gefordert

Autoindustrie setzt auf Merz im China-Handel

Autoindustrie setzt auf Merz im China-Handel
Foto: Autoproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die deutsche Automobilbranche hofft auf einen Durchbruch bei Bundeskanzler Friedrich Merz' bevorstehender China-Reise. Gefordert werden konkrete Schritte zur Marktliberalisierung und zum Abbau von Wettbewerbsverzerrungen. Die Industrie warnt jedoch vor protektionistischen EU-Maßnahmen, die Gegenreaktionen aus Peking provozieren könnten.

Hoffnung auf Verandlungen

Die deutsche Autoindustrie blickt gespannt auf die anstehende Chinareise von Bundeskanzler Friedrich Merz. Man erhofft sich vom CDU-Politiker klare Forderungen nach Marktliberalisierungen in der Volksrepublik. „Die deutsche Seite muss detailliert darstellen, an welchen Stellen China wettbewerbsverzerrend arbeitet“, mahnt Hildegard Müller, Präsidentin des Autoverbands VDA, im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“. Das übergeordnete Ziel müsse die gegenseitige Öffnung der Märkte sein und keine „wechselseitige Abschottung“. China sei hier „in der Bringschuld“.

Absatzrückgang und Luxussteuer

Deutsche Autobauer verzeichnen derzeit deutliche Absatzverluste in China. Als Hauptgründe gelten die stark subventionierten lokalen Elektroautomarken sowie eine neue Luxussteuer, die vor allem auf teure Fahrzeuge abzielt und somit deutsche Hersteller besonders trifft. „Wir erwarten auch von China konstruktive Vorschläge zum Abbau von Wettbewerbsverzerrungen“, so Müller weiter.

Warnung vor Protektionismus

Gleichzeitig warnt die VDA-Präsidentin davor, durch neue EU-Vorgaben wie die Bevorzugung europäischer Autos bei öffentlichen Ausschreibungen, Kaufprämien oder Zöllen Gegenreaktionen zu provozieren. Die französische Autoindustrie, die hierzulande kaum auf dem chinesischen Markt vertreten ist, fordert solche Maßnahmen. „Auch wenn China jetzt aufgefordert ist, Angebote zu machen, muss Europa generell sein Handeln und entsprechende Reaktionen abwägen. Je nach Entscheidung drohen der hiesigen Industrie Gegenmaßnahmen aus China“, gibt Müller zu bedenken. Europa dürfe seinen Automarkt keinesfalls schließen, sondern müsse offen für chinesische Investitionen bleiben, um Wertschöpfung nach Europa zu holen.

Strafzölle als Fehler?

Schritte, die Peking zu Gegenmaßnahmen verleiten könnten, sollten von der EU vermieden werden. Die von der EU verhängten Strafzölle auf Elektroautos aus China bewertet die Branche als „Fehler“. Die verschärfte chinesische Luxussteuer Anfang des Jahres werde in der Branche als Reaktion auf diese EU-Maßnahme gesehen.