Alkoholbedingte Krankenhausfälle auf Zehnjahrestief

Alkohol: Weniger Klinikbesuche, mehr Tote – Zahlen zeigen widersprüchlichen Trend

Alkohol: Weniger Klinikbesuche, mehr Tote – Zahlen zeigen widersprüchlichen Trend
Foto: Rotwein (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Alkoholmissbrauch führt in Deutschland seltener zu einem Klinikaufenthalt. Ganze 28,9 Prozent weniger Patienten wurden 2024 aufgrund von Alkohol stationär behandelt im Vergleich zu 2014. Dennoch ist die Zahl der alkoholbedingten Todesfälle leicht gestiegen, was Experten auf demografische Faktoren zurückführen.

Klinikfälle auf niedrigstem Stand

Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet für 2024 einen deutlichen Rückgang bei alkoholbedingten Krankenhausaufenthalten. Nur noch rund 283.500 Patienten mussten 2024 deswegen stationär behandelt werden. Zehn Jahre zuvor waren es noch fast 400.000 Menschen. Das niedrigste Niveau seit einem Jahrzehnt.

Männer stärker betroffen

Männer leiden demnach häufiger unter den Folgen von Alkohol. Von den 2024 Behandelten waren fast drei Viertel männlich. Bei den Diagnosen dominiert die Alkoholabhängigkeit, gefolgt von akuten Rauschzuständen und Entzugserscheinungen.

Junge Menschen: Kräftiger Rückgang

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen halbierten sich die notwenigen Klinikbesuche aufgrund von Alkoholvergiftungen nahezu. Auch bei den 20- bis 59-Jährigen sind die Zahlen rückläufig.

Ältere Zielgruppe unbeeindruckt

Nur bei den über 60-Jährigen zeigt sich ein anderes Bild. Während die Zahl der Krankenhausfälle in der Altersgruppe 60 bis 79 nur leicht sank, verzeichneten die Über-80-Jährigen sogar einen Anstieg um über 22 Prozent.

Todesfälle steigen leicht an

Trotz der sinkenden Klinikfälle ist die Zahl der Todesfälle, die direkt auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind, leicht gestiegen – auf rund 14.400 Fälle im Jahr 2024. Die Statistiker betonen jedoch, dass diese Zunahme vor allem demografisch bedingt ist. Bereinigt um diese Effekte zeigt sich ein leichter Rückgang der altersstandardisierten Todesfälle.