Kein kollektiver Rückzug geplant

WM in den USA: Union und SPD gegen Boykott-Aufrufe

WM in den USA: Union und SPD gegen Boykott-Aufrufe
Foto: Fußballfan der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Politische Kreise in Deutschland lehnen einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA ab. Sowohl Unions- als auch SPD-Politiker bezeichnen solche Rufe als nicht zielführend und kontraproduktiv. Stattdessen wird eine konzentrierte Leistung der Sportler und ein Fokus auf den fairen Wettkampf gefordert. Einzelne politische Persönlichkeiten ziehen jedoch persönliche Konsequenzen.

Keine „Schnapsidee“ gewollt

Ein Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA ist für die deutsche Politik keine Option. „Ein WM-Boykott ist eine Schnapsidee“, äußerte Christoph Ploß (CDU) gegenüber dem „Spiegel“. Er argumentiert, dass ein solcher Schritt nicht nur die Sportler treffen würde, sondern auch der Grundidee internationaler Sportveranstaltungen zuwiderlaufe. Diese sieht Austausch und Begegnung von Athleten und Fans aus aller Welt vor. Gerade in der aktuellen Zeit seien solche interkulturellen Zusammenkünfte wichtig, so Ploß. Er wünscht sich, dass sich die Spieler auf den Fußball konzentrieren können, anders als es teils bei der WM in Katar der Fall gewesen sei.

Persönliche Distanz statt kollektivem Boykott

Bettina Lugk, sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, teilt die Einschätzung, dass ein allgemeiner Boykott nicht der richtige Weg sei. Sie persönlich werde die WM in den USA jedoch nicht vor Ort besuchen. Die Debatte um einen Boykott sei entstanden aus außenpolitischen Spannungen mit den USA. Da eine Eskalation vorerst ausgeblieben sei, halte sie die Diskussion nicht für zielführend.

Lugk äußerte sich kritisch bezüglich der Haltung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zum neu geschaffenen Fifa-Friedenspreis für den US-Präsidenten. Sie hätte sich hier eine deutlichere, kritischere Haltung gewünscht.

Die innenpolitische Lage in den USA sei weiterhin angespannt. Fragen hinsichtlich Einreisebestimmungen, Sicherheit und Fanbedingungen seien offen. Teilweise drohe Menschen bereits die Einreise aufgrund ihrer Nationalität. Dies seien keine guten Voraussetzungen für ein Fußballfest, das Menschen verbinden solle, so Lugk.