Streik trifft mehrere Lufthansa-Gesellschaften
Die Arbeitsniederlegung betrifft mehrere zentrale Bereiche des Konzerns. Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaft, der Frachttochter Lufthansa Cargo sowie der Regionalgesellschaft Lufthansa CityLine sind zum Streik aufgerufen.
Die Maßnahme soll von Donnerstag, 12. März, 00:01 Uhr bis Freitag, 13. März, 23:59 Uhr dauern. Bestreikt werden Flüge, die von deutschen Flughäfen starten.
Bereits beim letzten Streik im Februar mussten mehr als 800 Flüge gestrichen werden, rund 100.000 Passagiere waren betroffen. Auch diesmal rechnen Experten mit erheblichen Auswirkungen auf den Flugverkehr.
Flüge in den Nahen Osten bleiben verschont
Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: Flüge von Deutschland in den Nahen Osten sind ausdrücklich vom Streik ausgenommen.
Das betrifft unter anderem Verbindungen nach:
Ägypten
Aserbaidschan
Bahrain
Irak
Israel
Jemen
Jordanien
Katar
Kuwait
Libanon
Oman
Saudi-Arabien
Vereinigte Arabische Emirate
Hintergrund ist die aktuell angespannte Lage in der Region. Rückführungsflüge aus möglichen Krisengebieten sollen nicht gefährdet werden.
Streit um Betriebsrenten und Gehälter
Auslöser des Streiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft.
Bei Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo geht es um die betriebliche Altersversorgung der Piloten. Bis 2017 gab es eine klassische Betriebsrente mit garantierten Auszahlungen. Diese wurde später durch ein kapitalmarktfinanziertes Modell ersetzt, das nach Ansicht der Gewerkschaft deutlich schlechtere Leistungen bietet.
Parallel dazu streiten Gewerkschaft und Unternehmen bei Lufthansa CityLine über einen neuen Vergütungstarifvertrag für das Cockpitpersonal.
Gewerkschaft kritisiert Lufthansa scharf
Nach Darstellung der Vereinigung Cockpit liegt bisher kein verhandlungsfähiges Angebot des Unternehmens vor.
VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte, man hätte eine Eskalation gerne vermieden.
Doch ohne konkretes Angebot könne es keine Fortschritte geben.
Auch Arne Karstens, Sprecher der Tarifkommission, kritisierte die Lufthansa deutlich. Nach sieben Verhandlungsrunden und langen Bedenkzeiten sei weiterhin kein Ergebnis erzielt worden.
Lufthansa kann Streik noch verhindern
Die Gewerkschaft betont gleichzeitig, weiterhin zu Gesprächen bereit zu sein. Voraussetzung sei allerdings ein Angebot des Arbeitgebers mit echten Verbesserungen.
„Ein Streik ist für uns immer das letzte Mittel und kein Selbstzweck“, erklärte Pinheiro.
Damit liegt es nun auch an der Lufthansa, ob der Streik tatsächlich stattfindet – oder kurzfristig noch abgewendet werden kann.



