Warntag beginnt am Donnerstag um 11 Uhr
Am zweiten Donnerstag im September steht erneut der bundesweite Warntag an. Bund, Länder und Kommunen erproben dabei gemeinsam die technischen Abläufe zur Warnung der Bevölkerung. Um 11 Uhr wird eine Probewarnung über das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS, ausgelöst.
In Baden-Württemberg sind neben dem Innenministerium auch die Kreise, Städte und Gemeinden in die Warnung eingebunden. Welche Warnmittel vor Ort tatsächlich zu hören oder zu sehen sind, kann sich deshalb je nach Kommune unterscheiden. Zu den möglichen Kanälen gehören Radio und Fernsehen, Warn-Apps, digitale Anzeigetafeln und örtliche Sirenen.
Cell Broadcast erreicht Handys ohne zusätzliche App
Eine zentrale Rolle spielt Cell Broadcast. Dabei wird eine Warnmeldung direkt über die Mobilfunkzellen an kompatible Mobiltelefone verschickt. Eine zusätzliche App und eine mobile Internetverbindung sind dafür nicht erforderlich. Der Warnkanal steht seit Februar 2023 bundesweit auch für reale Gefahrenlagen zur Verfügung.
Ergänzend werden Warn-Apps wie NINA und KATWARN eingesetzt. Dadurch entsteht ein Warnmittelmix: Fällt ein einzelner Kanal aus oder wird von einer Person nicht wahrgenommen, können weitere Warnwege die Information verbreiten.
Stuttgart setzt zusätzlich auf rund 250 digitale Flächen
Wie unterschiedlich die Warninfrastruktur vor Ort aussehen kann, zeigt Stuttgart. Nach Angaben der Feuerwehr werden dort neben Cell Broadcast und Warn-Apps auch Medien, Social-Media-Kanäle sowie digitale Stadtinformationstafeln eingesetzt. Inzwischen können rund 250 zusätzliche digitale Flächen an stark frequentierten Straßen, Plätzen sowie ober- und unterirdischen Haltestellen der Stuttgarter Straßenbahnen für Warnhinweise genutzt werden.
Ein flächendeckendes stationäres Sirenennetz steht in Stuttgart derzeit dagegen noch nicht zur Verfügung. Die Planungen seien weitgehend abgeschlossen, für die bauliche Umsetzung stünden aktuell jedoch keine Haushaltsmittel bereit. Für örtlich begrenzte Ereignisse verfügt die Feuerwehr über mobile Sirenenfahrzeuge.
Entwarnung gegen 11:45 Uhr vorgesehen
Nach der Probewarnung um 11 Uhr ist gegen 11:45 Uhr eine Entwarnung vorgesehen. In Stuttgart kann diese inzwischen auch über Cell Broadcast ausgespielt werden. Die Feuerwehr weist darauf hin, dass die Warnsysteme während des Tests weiterhin für tatsächliche Gefahrenlagen verfügbar bleiben.
Warum der Probealarm mehr als ein Techniktest ist
Der Warntag soll nicht nur zeigen, ob Warnmeldungen technisch ankommen. Gleichzeitig soll er die unterschiedlichen Warnwege bekannter machen. Im Ernstfall können je nach Gefahrenlage nur wenige Minuten entscheidend sein. Deshalb ist wichtig, Warnsignale einordnen und weitere Informationen über offizielle Kanäle abrufen zu können.
Der Bevölkerungsschutz verbindet den Warntag außerdem mit dem Thema Krisenvorsorge. Die Feuerwehr Stuttgart nennt unter anderem haltbare Lebensmittel, ausreichend Trinkwasser, Taschenlampen samt Batterien und ein batteriebetriebenes Radio als Beispiele für persönliche Vorsorge bei länger andauernden Krisenlagen wie einem Stromausfall.
Der Warntag gilt bundesweit
Der Probealarm ist keine besondere Gefahrenlage in Baden-Württemberg, sondern Teil eines bundesweiten Tests. Bund und Länder führen den Warntag seit 2020 regelmäßig durch. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, technische Abläufe und das Zusammenspiel der verschiedenen Warnkanäle weiterzuentwickeln.
Für Baden-Württemberg bedeutet das: Am Donnerstag um 11 Uhr können Mobiltelefone und Warn-Apps gleichzeitig Alarm geben. Je nach Wohnort können zusätzlich Sirenen oder andere lokale Warnmittel hinzukommen.



