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Millionenförderung für Tübinger Forschung

Bis zu 3 Millionen Euro für Tübingen: Zwei Forscher erhalten begehrte ERC-Grants

Zwei Wissenschaftler der Universität Tübingen erhalten ERC Starting Grants. Die Projekte zur Geschichte des Mittleren Ostens und zur Keimruhe von Pflanzen werden jeweils über fünf Jahre mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert.

Bis zu 3 Millionen Euro für Tübingen: Zwei Forscher erhalten begehrte ERC-Grants
Dr. Thomas Benfey von der Universität Tübingen erhält einen ERC Starting Grant für sein Forschungsprojekt zur Geschichte des Mittleren Ostens.
Foto: Alexander Ries / Universität Tübingen

Zwei völlig unterschiedliche Forschungsfelder werden gefördert

Die neuen Förderungen gehen an Dr. Thomas Benfey vom Seminar für Alte Geschichte und Dr. Juan Carlos De la Concepción vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen. Beide Wissenschaftler arbeiten an der Universität Tübingen, ihre Projekte beschäftigen sich jedoch mit grundverschiedenen Fragen.

Benfey untersucht mittelpersische Dokumente aus dem 7. und 8. Jahrhundert. De la Concepción erforscht dagegen auf molekularer Ebene, wie Pflanzen Ruhephasen in Samen, Sporen und anderen Strukturen aufrechterhalten. ERC Starting Grants richten sich an Forschende in einer frühen Phase ihrer wissenschaftlichen Karriere.

Rund 1.700 Dokumente sollen neue Einblicke in den Mittleren Osten liefern

Das Projekt von Thomas Benfey trägt den Titel „Circle of Justice: Middle Persian Documents as Sources for Sasanian and Early Islamic History“. Grundlage sind nach Angaben der Universität rund 1.700 zeitgenössische Dokumente, die bislang vergleichsweise wenig erforscht wurden.

Benfey will damit die Geschichte des Mittleren Ostens im 7. und 8. Jahrhundert neu untersuchen. Diese Zeit war vom Ende des Sasanidenreichs und vom Aufstieg des Islams geprägt. Die mittelpersischen Quellen sollen dabei Perspektiven erschließen, die in der bisherigen Forschung weniger stark berücksichtigt wurden.

Pflanzen können ihre Zellen in eine Art Ruhemodus versetzen

Juan Carlos De la Concepción widmet sich im Projekt MORPHEUS der Dormanz von Pflanzenzellen. Bei dieser Ruhephase reduzieren Zellen ihre Stoffwechselaktivität und können ungünstige Umweltbedingungen überstehen, bis sich die Bedingungen verbessern.

Für Pflanzen ist dieser Mechanismus besonders wichtig, weil sie ihren Standort nicht wechseln können. Samen können laut Universität teilweise sehr lange in einem Ruhezustand verbleiben und erst unter geeigneten Bedingungen keimen. Das Projekt soll untersuchen, welche molekularen Mechanismen Pflanzen zur Aufrechterhaltung dieser Dormanz entwickelt haben.

Proteinproduktion spielt eine zentrale Rolle

Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Zellen besonders energieintensive Prozesse herunterfahren. Dazu gehört die Proteinproduktion an den Ribosomen. Während entsprechende Mechanismen bei Bakterien, Hefen und Tieren bereits intensiver erforscht wurden, bestehen bei Pflanzen nach Angaben der Universität noch grundlegende offene Fragen.

De la Concepción will deshalb untersuchen, wie unterschiedliche Pflanzenlinien molekulare Mechanismen entwickelt haben, um die Ribosomen während der Ruhephase inaktiv zu halten und später wieder zu aktivieren.

ERC Starting Grants laufen über fünf Jahre

Die Starting Grants des Europäischen Forschungsrats werden an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die sich typischerweise zwei bis sieben Jahre nach ihrer Promotion befinden. Die Förderung soll ihnen ermöglichen, eigenständige Forschungsprogramme aufzubauen.

Für die beiden Tübinger Projekte ist jeweils eine fünfjährige Förderung vorgesehen. Thomas Benfey erhält knapp 1,5 Millionen Euro, das Projekt von Juan Carlos De la Concepción wird mit gut 1,5 Millionen Euro finanziert.

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