Iran-Proteste in Teheran

Teheran: Tote und Festnahmen bei Protesten

Teheran: Tote und Festnahmen bei Protesten
Foto: Iran (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Im Iran ziehen landesweite Proteste weiter. Aus Teheran berichten Augenzeugen von verstreuten Versammlungen, während Menschenrechtsgruppen die Zahl der Todesopfer auf mindestens 116 erhöhen. Unter den Opfern sollen sieben Minderjährige gewesen sein; einige Getötete gehörten nicht zu den Protestierenden. Die Festnahmen kletterten auf 2.638, davon 628 identifiziert; 2.010 Fälle bleiben näher erläutert. Die Lage vor Ort bleibt volatil.

Teheran: Proteste in der Hauptstadt

Die Lage in Teheran bleibt angespannt. Die nun seit zwei Wochen andauernden Demonstrationen deuten laut Menschenrechtsgruppen auf eine hohe Zahl von Todesopfern hin: mindestens 116 Menschen sind gestorben. Unter den Opfern sollen sieben Minderjährige gewesen sein; vier der Getöteten, darunter medizinisches Personal, gehörten nicht zu den Protestierenden. Die Todesursachen deuten darauf hin, dass scharfe Munition oder Gummigeschosse aus nächster Nähe eingesetzt wurden. Die Festnahmen kletterten binnen eines Tages auf 2.638, davon 628 identifiziert und 2.010 im Rahmen von Massenverhaftungen oder ohne nähere Angaben. Ein teurer Fehler.

Gleichzeitige Überwachung und Berichte aus anderen Städten

Augenzeugen berichten, dass die Demonstrationen in Teheran größtenteils aus verstreuten, kurzen Versammlungen bestanden. Die starke Präsenz der Sicherheitskräfte habe die Mobilisierung vor Ort gedämpft. Berichte über Überwachungsdrohnen und Bewegungen der Sicherheitskräfte deuten auf andauernde Überwachung hin. Gleichzeitig wurden Proteste in dutzenden weiteren Städten im Iran gemeldet.

Alltag, Internet und Versorgungsfragen

Die Internetsperre blieb bestehen, während regierungsnahe Medien wieder arbeiten und Bilder sowie Berichte verbreiten. Menschenrechtsorganisationen widersprechen und sprechen von brutalem Vorgehen. Der Iran leidet weiter unter wirtschaftlichen Problemen: Der Rial hat stark an Wert verloren, die Versorgungslage hat sich verschlechtert, und internationaler Druck bleibt hoch. Die Proteste zeigen, wie eng Alltagsleben, Sicherheit und wirtschaftliche Lage miteinander verflochten sind.



Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt