Prozessauftakt in Düsseldorf
In Düsseldorf beginnt am frühen Morgen vor dem Oberlandesgericht ein Großprozess gegen sechs junge Linksradikale. Die Angeklagten sollen im Februar 2023 in Budapest am Rand eines rechtsextremen Aufmarschs fünf schwere Angriffe auf vermeintliche Teilnehmer verübt haben.
Die Bundesanwaltschaft sieht die Beschuldigten als Teil einer kriminellen Vereinigung und stuft drei der Angriffe als versuchten Mord ein. Im Verfahren kommen weitere Vorwürfe zur Prüfung, darunter Angriffe in Erfurt auf zwei Rechtsextreme und ein Überfall auf ein Erfurter Geschäft einer bei Rechtsextremen beliebten Modemarke im April 2022.
Die Erklärung der Angeklagten vor Prozessbeginn wurde im Namen „einiger“ der von der Bundesanwaltschaft „Verfolgter“ verfasst. In dem Statement heißt es laut „Wochentaz“ weiter: „Nur durch die Überzeugung, aber auch die Gegengewalt all der Menschen, die Widerstand gegen den Faschismus geleistet haben, konnte der Faschismus historisch besiegt werden.“ Zu Recht würden daran heute Denkmäler erinnern. Und weiter: „Wenn der Faschismus einmal an der Macht ist, dann wird er sich nicht durch Diskussionen wieder davon abbringen lassen.“
Verfahren & Ausblick
Der Prozess gegen sechs Beschuldigte aus Thüringen, Sachsen und Hamburg beginnt heute vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Verhandlungstermine wurden bis 2027 angesetzt, sodass der Verlauf über mehrere Jahre hinweg begleitet wird.
Die Angeklagten sehen sich laut der Bundesanwaltschaft als Teil einer kriminellen Vereinigung; drei der Angriffe gelten als versuchter Mord. Die Klärung der Details des Falls wird auch weiterhin die öffentliche Debatte über Gewalt, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheitsfragen in der Region prägen.
Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt
