Iranische Proteste: Tote steigen weiter

Teheran: Tote bei Iran-Protesten steigen

Teheran: Tote bei Iran-Protesten steigen
Foto: Iran (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Teheran erlebt seit rund zwei Wochen landesweite Proteste. Die Gewalt steigert sich, während Menschenrechtsorganisationen von schweren Opfern berichten. Mindestens 116 Menschen kamen seither ums Leben, darunter sieben unter 18 Jahre alt. Tausende wurden festgenommen. Der Alltag der Bevölkerung wird von Internetzensur, wirtschaftlicher Not und einer verstärkten Präsenz von Sicherheitskräften geprägt. Berichte über Überwachung häufen sich, während internationale Beobachter aufmerksam bleiben. Bleibt abzuwarten.

Proteste in Teheran und Landeskontext

Teheran bleibt im Blick der Welt, während sich seit dem Start der Proteste vor rund zwei Wochen die Lage weiter verschärft. In der Hauptstadt und vielen anderen Städten kam es zu verstreuten Versammlungen und Auseinandersetzungen mit Einsatzkräften. Internetblockaden und Berichte über Überwachung drängen die Bevölkerung zur Vorsicht.

Bilanz der Opfer und Festnahmen

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens 116. Unter den bestätigten Opfern sollen sieben unter 18 Jahre alt gewesen sein; vier Personen, darunter medizinisches Personal, gehörten nicht zu den Protestierenden. Die meisten Opfer seien durch scharfe Munition oder Gummigeschosse getötet worden, überwiegend aus nächster Nähe. 37 Getötete gehörten Sicherheitskräften, einer war Staatsanwalt. Die Festnahmen kletterten binnen eines Tages von 2.311 auf 2.638. Von diesen konnten 628 identifiziert werden, 2.010 wurden ohne nähere Angaben registriert. Bleibt abzuwarten.

Alltag, Medienlage und Ausblick

Augenzeugen berichten von verstreuten, kurzen Versammlungen, die auf einen starken Sicherheitsauftritt treffen. Berichte über Drohnen und Bewegungen der Sicherheitskräfte in der Nähe deuten auf eine anhaltende Überwachung hin. Gleichzeitig melden einige regimetreue Medien, dass sie wieder berichten, während Menschenrechtler eine brutale Vorgehensweise der Behörden anprangern. Die Proteste begannen am 28. Dezember als Reaktion auf den dramatischen Kurs der iranischen Währung und die verschlechterte Versorgungslage.

Mit Blick auf die Versorgung: Die Internetzensur bleibt, doch internationale Beobachter konzentrieren sich auf weitere Entwicklungen. Mehr Informationen.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)