Teheran: Proteste nehmen zu
Iran-Proteste in Teheran und im Land
In Teheran spitzen sich die Proteste zu. Augenzeugen berichten von verstreuten, kurzen Versammlungen, begleitet von einer hohen Präsenz von Sicherheitskräften. Die Verbreitung der Informationen wird durch eine zunehmende Internet-Sperre erschwert. Ungewöhnliche Vorkommnisse wurden gemeldet, darunter Demonstrationen in mehreren Stadtteilen und Berichte über gewaltsame Zwischenfälle.
Zahlen und Fakten
Die Zahl der bisher bestätigten Todesopfer stieg auf mindestens 116, wie Menschenrechtler berichten. Am Vortag hatte HRA von mindestens 65 Toten gesprochen. Unter den Opfern waren sieben unter 18 Jahre alt; vier Personen, darunter medizinisches Personal, gehörten nicht zu den Demonstrierenden. Die meisten Todesfälle resultierten aus scharfer Munition oder Gummigeschossen aus nächster Distanz. 37 der Getöteten gehörten zu Militär- oder Sicherheitskräften; einer war Staatsanwalt. Die Gesamtzahl der Festgenommenen kletterte innerhalb eines Tages von 2.311 auf 2.638, davon 628 identifiziert, 2.010 ohne nähere Angaben.
Medienlage und Überwachung
Trotz großteils blockierter Internetverbindungen melden auch Medien, die der Regierung nahestehen, fortlaufend Bilder und Berichte. Menschenrechtsorganisationen widersprechen und verweisen auf brutales Vorgehen gegen Protestler.
Ausblick
Aus Sicht der Beobachter dürfte die Lage im Iran weiter unruhig bleiben, während internationale Reaktionen und Maßnahmen der Behörden die kommenden Tage prägen. In Teheran wie auch in vielen Städten sind die Auswirkungen der Proteste im Alltag spürbar.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)
