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Heute wird die Sonne schmal

Sonnenfinsternis heute in Baden-Württemberg: Wann und wo sie am besten zu sehen ist – und wie Sie Augen und Kamera schützen

Am heutigen Mittwoch, 12. August 2026, wartet auf Baden-Württemberg ein außergewöhnliches Himmelsereignis. Am frühen Abend schiebt sich der Mond vor die Sonne. Total wird die Sonnenfinsternis im Südwesten zwar nicht – dennoch werden beispielsweise in Freiburg mehr als 90 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Besonders wichtig ist diesmal der Standort: Die Sonne steht während des Höhepunkts bereits tief am westlichen Himmel. Und ohne geeigneten Augenschutz darf niemand direkt hineinsehen.

Sonnenfinsternis heute in Baden-Württemberg: Wann und wo sie am besten zu sehen ist – und wie Sie Augen und Kamera schützen
Bild: insidebw.de

Wann beginnt die Sonnenfinsternis heute?

In Baden-Württemberg beginnt die partielle Sonnenfinsternis je nach Standort ungefähr zwischen 19.20 und 19.23 Uhr. Ihren Höhepunkt erreicht sie gegen 20.14 bis 20.17 Uhr. Rein rechnerisch dauert das Ereignis noch länger, allerdings geht die Sonne im Südwesten während der späteren Phase bereits unter. Entscheidend ist deshalb vor allem die Zeit rund um das Maximum.

Für einige größere Städte ergeben sich folgende Zeiten:

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Ort Beginn Maximum Ende Verdeckung
Freiburg 19:23 Uhr 20:17 Uhr 20:47 Uhr ca. 90,3 %
Karlsruhe 19:21 Uhr 20:15 Uhr 20:47 Uhr ca. 89,2 %
Ulm 19:22 Uhr ca. 20:15 Uhr ca. 20:39 Uhr ca. 89,15 %
Stuttgart 19:22 Uhr 20:15 Uhr 20:43 Uhr ca. 89,1 %
Heilbronn ca. 19:21 Uhr ca. 20:15 Uhr ca. 20:44 Uhr ca. 88,8 %
Mannheim ca. 19:21 Uhr ca. 20:14 Uhr ca. 20:47 Uhr ca. 88,8 %
Heidelberg 19:21 Uhr 20:14 Uhr 20:47 Uhr ca. 88,7 %

Die Unterschiede innerhalb Baden-Württembergs sind also nicht riesig. Den stärksten Effekt gibt es im Südwesten rund um Freiburg. Dort werden gut 90 Prozent der sichtbaren Sonnenscheibe vom Mond bedeckt.

Wichtig: Eine totale Sonnenfinsternis gibt es in Baden-Württemberg nicht. Die Totalitätszone verläuft außerhalb Deutschlands. Vom Südwesten aus bleibt immer ein Teil der Sonne sichtbar – und genau deshalb ist während des gesamten Ereignisses eine geeignete Schutzbrille erforderlich.

Wo sind heute die besten Plätze?

Entscheidender als ein bestimmter Aussichtspunkt ist heute ein möglichst freier Blick nach Westen beziehungsweise West-Nordwesten. Die Sonne steht beim Maximum bereits relativ tief. Bäume, Häuser, Hügel oder Bergrücken können deshalb schnell die Sicht versperren.

Besonders gute Voraussetzungen gibt es grundsätzlich in der Rheinebene rund um Freiburg, Breisach, Emmendingen, Offenburg und Karlsruhe, wenn der Horizont nach Westen frei ist. Auch erhöhte Standorte im Schwarzwald können interessant sein, sofern ein unverbauter Blick in Richtung Westen besteht.

Im Raum Stuttgart, Heilbronn, Mannheim und Heidelberg lässt sich die Finsternis ebenfalls sehr deutlich beobachten. Hier werden immer noch knapp 89 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Wer sich einen Beobachtungsplatz sucht, sollte eher eine offene Anhöhe, ein freies Feld oder einen Aussichtspunkt wählen als einen Standort zwischen hohen Gebäuden.

Für den Südwesten spricht heute außerdem das Wetter: In Freiburg, Stuttgart und Karlsruhe wird am Mittwoch viel Sonne bei hochsommerlichen Temperaturen erwartet. Damit stehen die Chancen auf einen freien Blick grundsätzlich gut – lokale Bewölkung lässt sich kurz vor Beginn allerdings nie vollständig ausschließen.

Freiburg bekommt besonders viel von der Sonne „weg“

Wer das Ereignis möglichst eindrucksvoll erleben möchte, hat im Raum Freiburg einen kleinen Standortvorteil. Dort beträgt die sogenannte Obskuration rund 90,31 Prozent. Das bedeutet, dass beim Maximum mehr als neun Zehntel der sichtbaren Sonnenfläche vom Mond bedeckt sind.

Auch Karlsruhe, Stuttgart und Pforzheim liegen mit etwas mehr beziehungsweise knapp unter 89,2 Prozent nur wenig dahinter.

Die bereits angekündigte Sonnenfinsternis über Baden-Württemberg erreicht damit heute ihren Höhepunkt: Besonders im Südwesten bleibt von der Sonnenscheibe zeitweise nur noch ein vergleichsweise schmaler heller Bereich sichtbar.

Ganz wichtig: Niemals ohne Sonnenfinsternisbrille schauen

So spektakulär das Ereignis ist: Direkt in die Sonne zu schauen kann die Netzhaut schwer und dauerhaft schädigen. Das gilt auch dann, wenn der Mond bereits einen sehr großen Teil der Sonne verdeckt.

Eine gewöhnliche Sonnenbrille reicht dafür ausdrücklich nicht aus. Auch mehrere übereinandergelegte Sonnenbrillen, dunkles Glas, CDs, Rettungsdecken oder selbst gebastelte Filter sind kein geeigneter Augenschutz.

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt spezielle Sonnenfinsternisbrillen. Durch deren Filter darf höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts gelangen. Die Brille muss außerdem unbeschädigt sein. Kratzer, Löcher, Risse oder Schäden an der Filterfolie sind ein Ausschlussgrund.

Die Brille sollte bereits vor dem Blick zur Sonne richtig aufgesetzt werden. Erst danach darf man nach oben schauen. Beim Absetzen gilt das Gleiche umgekehrt: zunächst den Blick von der Sonne wegnehmen, dann die Brille absetzen.

Besonders bei Kindern sollten Erwachsene kontrollieren, dass die Brille korrekt sitzt und während der Beobachtung nicht angehoben wird.

Diese Dinge sind kein Ersatz für eine Sonnenfinsternisbrille

  • normale Sonnenbrillen
  • stark getönte Brillengläser
  • CDs oder DVDs
  • geschwärztes Glas
  • Rettungsfolie
  • Filmnegative
  • mehrere Sonnenbrillen übereinander

Wer keine geeignete Brille mehr bekommt, sollte auf eine indirekte Beobachtung ausweichen. Eine einfache Lochkamera beziehungsweise Lochprojektion kann das Bild der Sonne auf eine helle Fläche projizieren, ohne dass direkt in die Sonne geschaut werden muss.

Vorsicht mit Ferngläsern und Teleskopen

Noch gefährlicher kann der Blick durch ein Fernglas oder Teleskop werden. Die Optik bündelt das Sonnenlicht und erhöht dadurch die Belastung für das Auge erheblich.

Eine Sonnenfinsternisbrille hinter einem Fernglas oder Teleskop reicht nicht aus. Wer mit optischen Geräten beobachten möchte, benötigt einen dafür vorgesehenen Sonnenfilter, der vor dem Objektiv angebracht wird.

Normale Okularfilter oder improvisierte Folien am hinteren Ende des Geräts sind keine sichere Lösung.

Das gilt auch für Sucherfernrohre an Teleskopen: Sie müssen ebenfalls sicher abgedeckt oder fachgerecht gefiltert werden.

Sonnenfinsternis fotografieren: Auch die Kamera braucht einen Filter

Wer die Finsternis mit einer Kamera fotografieren möchte, sollte ebenfalls nicht einfach das Teleobjektiv auf die Sonne richten.

Vor das Objektiv gehört ein geeigneter Sonnenfilter für fotografische beziehungsweise astronomische Sonnenbeobachtung. Entscheidend ist, dass der Filter vor der Optik sitzt. Ein Filter hinter dem Objektiv verhindert nicht, dass stark gebündeltes Sonnenlicht bereits in Kamera und Objektiv gelangt.

Das betrifft besonders Kameras mit Teleobjektiven und lange Brennweiten. Auch bei spiegellosen Kameras sollte die Sonne nicht ungefiltert über längere Zeit auf den Sensor gerichtet werden.

Bei Spiegelreflexkameras kommt eine zusätzliche Gefahr hinzu: Niemals ungefiltert durch den optischen Sucher in die Sonne schauen. Der Sucher leitet das durch das Objektiv gebündelte Licht direkt zum Auge.

So gelingt das Foto sicherer

Für gute Aufnahmen ist ein stabiles Stativ hilfreich. Die Kamera kann anschließend mit geeignetem Sonnenfilter auf die Sonne ausgerichtet werden. Eine längere Brennweite lässt die Sonnensichel größer erscheinen.

Automatikprogramme kommen bei dem extremen Helligkeitsunterschied nicht immer gut zurecht. Wer Erfahrung mit manueller Fotografie hat, kann Belichtungszeit, ISO-Wert und Blende selbst einstellen und bereits vor Beginn einige Probeaufnahmen machen.

Der wichtigste Punkt bleibt aber: Erst Filter, dann Kamera auf die Sonne richten.

Und was ist mit dem Smartphone?

Mit einem Smartphone ist die Sonnenscheibe wegen der kurzen Brennweite meist nur sehr klein im Bild. Wer lediglich eine Landschaftsaufnahme mit tief stehender Sonne machen möchte, sollte trotzdem vermeiden, die Kamera minutenlang direkt auf die Sonne auszurichten.

Für vergrößerte Aufnahmen der Sonnenfinsternis gibt es spezielle geeignete Sonnenfilter für Smartphones. Keinesfalls sollte man das Smartphone einfach hinter ein ungefiltertes Fernglas oder Teleskop halten. Die dort gebündelte Strahlung kann sowohl das Gerät als auch die Augen gefährden.

Warum wird es trotz 90 Prozent Verdeckung nicht vollständig dunkel?

90 Prozent verdeckte Sonne klingt fast nach Nacht – doch so dunkel wie bei einer totalen Sonnenfinsternis wird es in Baden-Württemberg nicht.

Die noch sichtbare Sonnenfläche ist extrem hell. Deshalb bleibt die Umgebung weiterhin deutlich beleuchtet. Trotzdem kann sich das Licht während des Maximums sichtbar verändern. Schatten wirken ungewöhnlich, das Licht kann gedämpfter erscheinen und die Landschaft bekommt für kurze Zeit eine besondere Stimmung.

Genau darin liegt der große Unterschied zur Totalität: Erst wenn die Sonne vollständig bedeckt ist, verschwindet die direkte Sonnenscheibe. Dieser Zustand wird heute in Baden-Württemberg nicht erreicht.

Heute kommt noch ein zweites Himmelsspektakel

Nach der Sonnenfinsternis ist der Himmelstag noch nicht vorbei. In der Nacht erreicht auch der Perseiden-Meteorstrom seinen Höhepunkt. Weil rund um die Sonnenfinsternis Neumond herrscht, sind die Bedingungen für die Beobachtung der Sternschnuppen besonders interessant.

Für die Perseiden braucht man keine Spezialbrille und kein Teleskop. Ein möglichst dunkler Standort mit weitem Blick über den Himmel reicht. Besonders geeignet sind Gegenden abseits größerer Städte und Straßenbeleuchtung. Auch der Feldberg gilt als beliebter Ort für Sternschnuppen-Beobachtungen.

Die wichtigsten Tipps für heute Abend

Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, sollte spätestens gegen 19 Uhr am ausgesuchten Standort sein. So bleibt genug Zeit, einen Platz mit freiem Westhorizont zu finden und Schutzbrille beziehungsweise Kamera vorzubereiten.

Ab ungefähr 19.20 Uhr beginnt der Mond, die Sonnenscheibe sichtbar zu bedecken. Das interessanteste Zeitfenster liegt zwischen etwa 20.10 und 20.20 Uhr, wenn die maximale Bedeckung erreicht wird.

Dabei gilt ohne Ausnahme: Direkt zur Sonne nur mit geeigneter Sonnenfinsternisbrille. Für Ferngläser, Teleskope und Kameras müssen speziell dafür vorgesehene Filter vor die jeweilige Optik.

Wer all das beachtet, bekommt heute in Baden-Württemberg ein außergewöhnliches Naturschauspiel zu sehen – und nur wenige Stunden später könnten mit den Perseiden bereits die nächsten Lichtspuren über den Himmel ziehen.

Sonnenfinsternis heute auf einen Blick

Datum Mittwoch, 12. August 2026
Beginn in Baden-Württemberg etwa 19.20 bis 19.23 Uhr
Maximum etwa 20.14 bis 20.17 Uhr
Stärkste Verdeckung Freiburg, rund 90,3 %
Stuttgart rund 89,1 %
Karlsruhe rund 89,2 %
Beobachtungsrichtung Westen bis West-Nordwesten
Totalität in Baden-Württemberg Nein
Augenschutz Geeignete Sonnenfinsternisbrille zwingend nötig
Kamera / Fernglas / Teleskop Geeigneter Sonnenfilter vor der Optik
Wetter Verbreitet sonnig und heiß
Weiteres Himmelsereignis Perseiden in der folgenden Nacht

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Quellen
  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Hinweise zur sicheren Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis am 12. August 2026.
  • Timeanddate: Berechnungen zu Beginn, Maximum, Verdeckung und Verlauf der Sonnenfinsternis in Baden-Württemberg und einzelnen Städten.
  • Aktuelle Wetterdaten für Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe.

Quellen und Methodik:
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