Wissenschaft soll an diesem Wochenende nicht hinter Labortüren bleiben. Die Science & Innovation Days 2026 verteilen Forschung auf das Stadtgebiet: vom zentralen Veranstaltungsort Neckawa am Neckarufer über den Botanischen Garten und das Kino Museum bis zur Universitätsbibliothek, zum KI-Makerspace und auf Schloss Hohentübingen.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Bei Angeboten mit begrenzten Plätzen empfiehlt die Universität allerdings eine frühzeitige Anmeldung. Das ist besonders für Familien und Besucher wichtig, die nicht nur spontan über die Science Fair gehen, sondern einen bestimmten Workshop, eine Führung oder ein Mitmachformat besuchen möchten.
Familien werden auf Schloss Hohentübingen selbst zu Forschenden
Am Samstag, 7. November, ist Schloss Hohentübingen von 9.30 bis 13 Uhr auf Kinder ab fünf Jahren und ihre Begleitpersonen ausgerichtet. Das Programm verbindet Archäologie, Biologie und Kulturgeschichte: Kinder können DNA-Spuren von Bären, Neandertalern und Menschen verfolgen, im Sand nach Schätzen graben, Insektenarten zählen oder mit einer VR-Brille in historische Welten eintauchen.
Ein Forschungsausweis führt durch die Mitmachstationen. Wer vier Stempel sammelt, erhält nach Angaben der Veranstalter eine kleine Überraschung. Führungen des Museums der Universität Tübingen ergänzen das Programm. Der Familienvormittag ist damit kein bloßes Bühnenformat: Die Kinder sollen Beobachtungen machen, Fragen stellen und Methoden selbst ausprobieren.
Mini-Herzen, KI und Medizin der Zukunft
Auf der Science Fair im Neckawa zeigen Forschungsgruppen, wie breit moderne Wissenschaft arbeitet. Ein Modell mit pulsierenden Mini-Herzen auf einem Chip veranschaulicht, wie Organ-on-Chip-Technik Tierversuche ergänzen oder teilweise ersetzen kann. Andere Stationen beschäftigen sich mit Eye-Tracking in VR-Brillen, dem Bau einer gesunden Stadt oder der Frage, wie sich über Religion sachlich streiten lässt.
Am Europaplatz steht während des Festivals außerdem die 175 Quadratmeter große Ausstellung „Health XP – Medizin der Zukunft“. Dort geht es interaktiv um Genetik, Prävention, Krebsforschung und Künstliche Intelligenz in der Medizin. Workshops und Gesprächsrunden greifen weitere aktuelle Fragen auf: von Naturheilkunde und Antibiotikaresistenzen über die mentale Gesundheit pflegender Angehöriger bis zum Lernen mit Chatbots.
Die Mischung ist bewusst: Besucher müssen kein Vorwissen mitbringen. Wer nur einen schnellen Einblick sucht, kann über die Science Fair gehen. Wer tiefer einsteigen möchte, findet Workshops, Diskussionsrunden und Experimente. Der Veranstalter richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die sonst wenig Kontakt zur Universität haben.
Die wichtigsten Zeiten und Orte
Die offizielle Eröffnung beginnt bereits am Donnerstag, 5. November, um 17 Uhr in der Alten Aula. Ehemalige der Universität sprechen dort darüber, wie wissenschaftliches Denken ihre Berufswege geprägt hat.
Die Science Fair öffnet am Freitag, 6. November, ab 12 Uhr und am Samstag, 7. November, von 10 bis 13 Uhr. Der Familienvormittag auf Schloss Hohentübingen läuft am Samstag von 9.30 bis 13 Uhr. Den Abschluss bildet am Samstagabend ab 19.30 Uhr ein Student Science Slam: Sechs Studierende stellen jeweils zehn Minuten lang Projekte, Hausarbeiten oder andere wissenschaftliche Themen vor. Das Publikum entscheidet per Applaus über den Favoriten.
Da das Festival an vielen Orten stattfindet, lohnt sich vor der Anreise ein Blick in das vollständige Onlineprogramm. Dort stehen Veranstaltungsorte, Anmeldehinweise und kurzfristige Programmdetails.
Nach Tübingen geht das Festival durch Baden-Württemberg
Die beiden Tübinger Festivaltage sind zugleich der Startpunkt für eine längere Tour. Im Jubiläumsjahr der Universität sollen die Science & Innovation Days anschließend über rund ein halbes Jahr zehn mittelgroße Städte in Baden-Württemberg besuchen. Geplant sind Kooperationen mit Schulen, Vereinen, Bürgerinitiativen und Rathäusern.
Die Themen reichen von guter Arbeit und schulischer Praxis bis zur Wirkung von Sport, Antibiotikaresistenzen, HIV-Kommunikation und Pflanzenkohle auf Streuobstwiesen. Einige Gruppen sollen über mehrere Monate gemeinsam forschen. Zwischenergebnisse sind für das Campus-Festival der Universität am 3. Juli 2027 angekündigt. Damit endet das Projekt nicht beim zweitägigen Schaufenster in Tübingen, sondern setzt den Austausch in Kommunen des Landes fort.




