Die Demonstration unter dem Motto „Free the Ulm 5“ hat am Samstag in der Stuttgarter Innenstadt mit verletzten Polizeibeamten, mehreren Festnahmen und einem vorzeitigen Ende geendet. Nach Darstellung des Polizeipräsidiums wurden drei Einsatzkräfte verletzt; einer von ihnen war anschließend nicht mehr dienstfähig. Angaben zur Schwere der Verletzungen veröffentlichte die Behörde zunächst nicht.
Aufzug mehrfach gestoppt
Der angemeldete Aufzug führte vom Schlossplatz über den Charlottenplatz und mehrere Straßen der Innenstadt bis zum Rotebühlplatz. Nach Angaben der Polizei brannten Teilnehmende wiederholt Pyrotechnik ab, einzelne Personen sollen sich vermummt haben. Deshalb sei der Demonstrationszug mehrfach angehalten worden.
Im weiteren Verlauf seien Einsatzkräfte von mehreren Personen körperlich angegangen und mit Farbbeuteln beworfen worden. Die Polizei setzte nach eigener Darstellung kurzzeitig Pfefferspray und körperliche Gewalt ein. Wie viele Menschen festgenommen wurden, teilte sie nicht konkret mit. Ebenso blieb zunächst offen, welche Vorwürfe einzelnen Personen gemacht werden und ob Festgenommene wieder entlassen wurden.
Versammlungsleiter beendet Demonstration vorzeitig
Nach einer Zwischenkundgebung am Rotebühlplatz beendete der Versammlungsleiter die Veranstaltung gegen 19 Uhr vorzeitig. Die Polizei kündigte mehrere Ermittlungsverfahren an. Die Mitteilung benennt jedoch weder Beschuldigte noch abschließend feststehende Straftatbestände. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.
Die Einsatzleitung war nach Behördenangaben mit mehreren hundert Polizeikräften vor Ort. Zum Einsatz kamen auch eine Reiterstaffel und eine Drohne; zusätzlich unterstützten Kräfte des Polizeipräsidiums Einsatz.
Worum es bei „Free the Ulm 5“ geht
Die Demonstration richtete sich nach der Ankündigung des Solidaritätsbündnisses gegen die Untersuchungshaft und das laufende Verfahren gegen fünf pro-palästinensische Aktivistinnen und Aktivisten. Ihnen wird vorgeworfen, im September 2025 in das Gelände des Rüstungsunternehmens Elbit Systems in Ulm eingedrungen zu sein und dort erheblichen Sachschaden verursacht zu haben. Der Prozess läuft vor dem Landgericht Stuttgart; über die Vorwürfe ist nicht rechtskräftig entschieden.
Die polizeiliche Abschlussmeldung beschreibt den Einsatzverlauf aus Sicht der Behörde. Eine abschließende unabhängige Rekonstruktion der einzelnen Auseinandersetzungen liegt bislang nicht vor. Entscheidend für die weitere Bewertung sind deshalb die konkreten Ermittlungen zu den jeweiligen Handlungen – nicht die bloße Teilnahme an der Versammlung.





