ratiopharm Ulm hat die vierte Niederlage im sechsten Bundesligaspiel kassiert. Beim amtierenden Meister ALBA Berlin unterlagen die Ulmer am Sonntagabend mit 82:98. Die Partie war enger, als das Endergebnis vermuten lässt: Nach einem zweistelligen Rückstand kämpfte sich Ulm zurück und übernahm nach der Pause sogar kurzzeitig die Führung.
Dann kippte das Spiel erneut. Berlin antwortete mit einem 14:2-Lauf, gewann die Kontrolle zurück und setzte sich im Schlussviertel deutlich ab. Die offizielle Ligaseite weist Viertelergebnisse von 23:18, 22:25, 23:16 und 30:23 aus.
Ulm kämpft sich zurück – und verliert wieder den Zugriff
Berlin erwischte den besseren Start und lag nach dem ersten Viertel mit fünf Punkten vorne. Im zweiten Abschnitt erhöhte ALBA den Druck und erarbeitete sich zwischenzeitlich einen zweistelligen Vorsprung. Ulm reagierte jedoch, verkürzte bis zur Halbzeit und ging mit einem 43:45-Rückstand in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel setzte ratiopharm die Aufholjagd fort. Die Gäste drehten die Partie zeitweise und zwangen den Meister zu einer Antwort. Genau in dieser Phase lag die Chance auf den Auswärtssieg: Ulm hatte den frühen Berliner Rhythmus gebrochen und war wieder vollständig im Spiel.
Die Führung hielt nicht. Mit dem 14:2-Lauf verwandelte ALBA den knappen Rückstand wieder in einen zweistelligen Vorsprung. Im letzten Viertel gelangen den Berlinern 30 Punkte. Ulm konnte offensiv nicht mehr Schritt halten.
18 Ballverluste werden zum entscheidenden Problem
Vor der Partie gehörte Ulm mit durchschnittlich knapp elf Ballverlusten zu den sichersten Teams der Liga. In Berlin ging diese Stärke verloren. Die Gäste leisteten sich 18 Turnover, ALBA lediglich zwölf. Der Unterschied gab den Hausherren zusätzliche Angriffe und verhinderte, dass Ulm die gute Phase nach der Pause dauerhaft nutzen konnte.
Das Ergebnis zeigt zugleich, dass die Niederlage nicht an einer einzigen schwachen Anfangsphase hing. Ulm fand mehrfach zurück, verlor aber nach der eigenen Führung erneut Struktur und defensive Stabilität. 98 zugelassene Punkte waren am Ende zu viel.
Rataj führt vier zweistellige Ulmer Scorer an
Michael Rataj war mit 14 Punkten und vier Rebounds bester Ulmer Werfer. Jaylen Sims kam auf 13 Punkte, Adam Atamna auf zwölf und Ibi Watson auf elf. Damit punkteten vier Ulmer zweistellig, ohne die Berliner Schlussphase stoppen zu können.
Cheftrainer Ty Harrelson kritisierte nach Vereinsangaben vor allem Kontrollverlust, Körpersprache und Zusammenspiel in der entscheidenden Phase. Die Aufholjagd belegt zwar die Reaktionsfähigkeit der Mannschaft. Sie änderte aber nichts daran, dass Ulm in den wichtigen Minuten zu viele Angriffe herschenkte.
Ulm fällt auf eine Bilanz von zwei Siegen und vier Niederlagen
Nach dem sechsten Spieltag steht ratiopharm bei zwei Siegen und vier Niederlagen. Die Partie in Berlin war bereits das dritte Bundesliga-Auswärtsspiel in Folge. Für den baden-württembergischen Basketball verlief das Wochenende damit gemischt: Die MHP RIESEN Ludwigsburg besiegten Bonn am Samstag mit 84:68, Ulm blieb beim Meister ohne Punkte.
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt nicht. Bereits am Dienstag steht im EuroCup das Auswärtsspiel bei Lietkabelis Panevezys an. In der Bundesliga folgt am 31. Oktober das Heimspiel gegen Oldenburg. Dort muss Ulm vor allem die Ballkontrolle stabilisieren, wenn die aktuelle Niederlagenserie enden soll.




