Bahn trauert um Kollegen

Schweigeminute nach totem Schaffner

Schweigeminute nach totem Schaffner
Foto: Symbolbild: ICE-Zug auf einer Brücke, via dts Nachrichtenagentur

Ein gewaltsamer Tod erschüttert die Deutsche Bahn. Ein Zugbegleiter kam ums Leben, nachdem er einen Fahrgast ohne Ticket zur Rede stellen wollte. Zum Gedenken ist jetzt eine bundesweite Schweigeminute angeordnet worden. Bahn-Chefin Evelyn Palla zeigt sich entsetzt und fordert gesellschaftliche Antworten auf Gewalt.

Deutsche Bahn ruft zur Schweigeminute auf

Die Deutsche Bahn hat angesichts des tragischen Todes eines Zugbegleiters eine bundesweite Schweigeminute für Mittwochnachmittag angeordnet. Der Konzern rief alle Kollegen, Eisenbahner und Fahrgäste auf, sich um 15 Uhr an der Gedenkaktion zu beteiligen.

„Wir sind tieftraurig, bewegt und erschüttert. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden“, ließ die Bahn verlauten. Für DB-Mitarbeiter seien verschiedene Formen des Gedenkens möglich, von passenden Durchsagen bis hin zu einem kurzen Innehalten. Der Bahnbetrieb werde aus Sicherheitsgründen jedoch regulär fortgesetzt.

DB-Vorständin Evelyn Palla zeigte sich bestürzt über die Tat. „Der tragische Tod unseres Kollegen Serkan C. macht mich fassungslos und traurig“, schrieb sie auf der Karriereplattform LinkedIn. „Wir alle bei der Deutschen Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste.“ Palla betonte, dass sich die Gesellschaft mit der Frage auseinandersetzen müsse, warum solche Gewaltausbrüche immer wieder geschehen. „Wir, die Politik, die Gesellschaft, müssen Antworten geben.“ Der Mittwoch sei ein „schwarzer Tag“ für alle Eisenbahner.

Der Vorfall ereignete sich am Montagabend in einem Regionalexpress auf der Strecke von Landstuhl in Richtung Homburg. Nach Angaben der Ermittler kontrollierte der Zugbegleiter einen Reisenden, der offenbar keinen gültigen Fahrschein besaß. Als der Mann aufgefordert wurde, den Zug zu verlassen, griff er den Schaffner laut Polizei unvermittelt an. Der Zugbegleiter erlitt dabei lebensbedrohliche Verletzungen und musste vor Ort reanimiert werden. Am Mittwoch wurde sein Tod bekannt gegeben.